Das sind die Gewinner des bAV-Preises 2024

Zum elften Mal wurden mit dem bAV-Preis herausragende Projekte deutscher Unternehmen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung gewürdigt. Die diesjährigen Gewinner sind das Stuttgarter Robert Bosch Krankenhaus (Kategorie Großunternehmen) und die Flossbach von Storch AG (Kategorie KMU).

In den Kategorien "Großunternehmen" und "Kleine und mittlere Unternehmen" wurden erneut deutsche Arbeitgeber mit dem bAV-Preis ausgezeichnet, die mit ihrer bAV-Strategie zukunftsweisend sind. Die eingereichten Projekte sorgten auch in diesem Jahr für Begeisterung bei der Jury: "Es ist positiv beeindruckend, wie Großunternehmen die volle Bandbreite der gegebenen Rahmenbedingungen nutzen, um innovative, zielgerichtete bAV-Lösungen zu entwickeln". Doch nicht nur deutsche Großunternehmen konnten mit neuen Innovationen in der bAV überzeugen. "Auch in der Kategorie KMU zeigt sich eindrucksvoll, wie die enorme Vielfalt der betrieblichen Altersversorgung genutzt wird, um individuell passende Lösungen zu finden", so Dr. Thomas Jasper, Westeuropa-Chef der bAV-Beratung bei WTW.

Die bAV als Instrument im Recruiting und für die Mitarbeiterbindung

Was laut Jasper immer deutlicher wird: Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist ein wichtiger Hebel für die Mitarbeiterbindung, der in den kommenden Jahren an Relevanz gewinnt. Denn mit dem Renteneintritt der Babyboomer-Generation rückt auch die Herausforderung für das gesetzliche Rentensystem näher. Eine kreative und innovative bAV-Strategie könne daher ein wichtiges Argument bei der Gewinnung und Bindung neuer Talente sein.

Robert Bosch Krankenhaus an der Spitze der Großunternehmen

In der Kategorie der Großunternehmen überzeugte das Robert Bosch Krankenhaus mit einer umfassenden Neuordnung der bAV. In enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und den Sozialpartnern wurde die ehemals rückstellungsgedeckte Direktzusage auf eine kapitalmarktorientierte Lösung für alle Mitarbeitenden umgestellt. "In einer Branche, in der Zusatzversorgungen weit verbreitet sind, nimmt das Robert Bosch Krankenhaus mit der Einführung der innovativen Fondsrente eine absolute Vorreiterrolle ein", so die Jury.

Der zweite Platz ging an die ZF Friedrichshafen AG, die laut Jury eine moderne, hochwertige betriebliche Altersversorgung mit flexiblen Wahlmöglichkeiten konzipiert hat, die sich an die individuelle Lebenssituationen der Mitarbeitenden anpassen lasse. Die Neugestaltung der Pensionslandschaft umfasst unter anderem die Aufnahme von Neueintritten und Unversorgten aus neuen Unternehmensteilen, die freiwillige Umstellung aller Bestandsmitarbeitenden mit Altzusage hin zum Neusystem sowie eine CTA-Lösung und ein Arbeitgeberportal.

Durch die umfassende Einbindung der Mitarbeitenden in das komplexe Projekt überzeugte die bAV-Strategie der Wintershall Dea AG. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury von der Einholung einzelvertraglicher Zustimmungen bei Bestandsmitarbeitenden für die Umstellung zur neuen Brutto-Entgeltumwandlung. Außerdem wurde möglich gemacht, dass viele der Auslandsentstandten erfolgreich in die neue Lösung integriert wurden.

Flossbach von Storch AG überzeugt bei den KMU

Neben dem signifikanten Arbeitgeberzuschuss überzeugte das bAV-Modell der Flossbach von Storch AG mit einem hohen Maß an Nachvollziehbarkeit, einer einfachen Bedienung sowie langfristig attraktiven Renditechancen. Über eine App haben die Vorsorgesparer jederzeit Einblick in ihr Depot. Außerdem verfügt die Personalabteilung über eine eigens dafür entwickelte Administrationssoftware. Fast alle bAV-Prozesse können so papierlos und häufig sogar automatisiert erfolgen. "Der Flossbach von Storch AG ist es gelungen, durch die Einführung einer chancenreichen wertpapiergebundenen Direktzusage ihre Kernmarke in der betrieblichen Altersversorgung zu verankern", so die Jury.

Der zweite Platz ging an die Into Green Future GmbH, die mit ihrer "IGF-Versorgung" in vorbildlicher Weise besondere Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation übernehme. Der Ausbildungsbetrieb im Bereich erneuerbare Energien führte ein umfangreiches Absicherungspaket ein, das eine betriebliche Krankenzusatzversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung sowie eine Altersversorgung als arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung umfasst.

AeroLogic GmbH und REWE Matthias Härzschel OHG teilen sich Platz drei

Einen der zwei dritten Plätze belegt die AeroLogic GmbH. Sie habe laut Jury abgeleitet aus der HR-Strategie eine innovative Lösung entwickelt, um die bei den Mitarbeitenden beim Renteneintritt entstehende Versorgungslücke perfekt zu schließen. Besonderes Augenmerk richteten sie dabei auf die Abmilderung von Abschlägen bei der gesetzlichen Rente ab 65 sowie der Integration älterer Arbeitnehmender in das neue bAV-Modell.

Besonders familienfreundlich zeigte sich der zweite Drittplatzierte, der Rewe Markt Matthias Härzschel. Mit dem umfassenden "Familienabsicherungsplan" würden hier neue Maßstäbe gesetzt, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Unter anderem mit einem bedingungslosen und sofort unverfallbaren AG-Zuschuss zur bAV, der Einführung einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung sowie einem kollektiven Angebot für Familienangehörige würde Wertschätzung auch für Mitarbeitende im unteren Lohnniveau deutlich.


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