Arbeitnehmer wollen mehr mitentscheiden

Danach befragt, warum sich die Teilnehmer der Haufe-Lexware-Studie mehr Einfluss auf Entscheidungen wünschen, geben 77 Prozent an, dass dies ihre Motivation und Leistungsbereitschaft erhöhen würde. Weitere Prozent 48 Prozent gehen davon aus, dass sie Wissen und Kompetenzen besitzen, die für das Unternehmen wichtig wären. 42 Prozent denken, dass die Entscheidungen von Vorgesetzten oder der Unternehmensführung mit ihrem Einfluss verbessert würden. Fast ebenso viele, 40 Prozent, erklären, dass sie sich dadurch stärker respektiert fühlen würden.
Auch Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg versprechen sich die Befragten: Knapp drei Viertel (73 Prozent) gehen davon aus, dass ein Unternehmen erfolgreicher wäre, wenn sich die Mitarbeiter mehr einbringen könnten. 27 Prozent sehen dies nicht so. Hier gibt es nur minimale Unterschiede zwischen der Meinung der Mitarbeiter mit und ohne Leitungsfunktion. Auch die Unternehmensgröße der Befragten ist hier nicht sehr ausschlaggebend. Lediglich die Mitarbeiter in Unternehmen mit einem bis 99 Mitarbeitern sehen die Erfolgsaussichten etwas weniger optimistisch – 67 Prozent glauben hier an den größeren Erfolg durch mehr Einflussmöglichkeiten.
Entscheidungen im Team erscheinen wichtiger
Allerdings sind es eher die Entscheidungen in ihrem näheren Umfeld, die die Mitarbeiter beeinflussen möchten: 82 Prozent geben an, bei Entscheidungen zu ihrer Abteilung oder ihrem Team mitbestimmen zu wollen. Weiterhin möchten 61 Prozent vor allem bei Entscheidungen, die sie persönlich betreffen, mitreden. Wesentlich seltener wollen sie Fragen der Unternehmensführung mitentscheiden (43 Prozent). Andersherum gefragt, geben sogar 73 Prozent an, dass sie die Entscheidungen der Unternehmensführung nicht beeinflussen wollen.
Nur wenige Arbeitnehmer wollen keine Einflusssteigerung
Leidglich 16 Prozent der Befragten in der Studie von Haufe-Lexware wünschen sich nicht, stärker auf Entscheidungen im Unternehmen Einfluss nehmen zu können. Ihr Gründe dafür: Zu wenig Informationen oder Einblick (19 Prozent), zu wenig Wissen oder Erfahrung (18 Prozent), zusätzlicher Aufwand (14 Prozent) und mögliche Konflikte mit Kollegen (neun Prozent). Weitere 17 Prozent halten mehr Einfluss schlicht für nicht sinnvoll und sieben Prozent fürchten Konsequenzen bei Fehlentscheidungen.
Bisher am meisten Einfluss auf das Team und die Abteilung
Die Teilnehmer beantworteten auch die Fragen zu ihren aktuellen Einflussmöglichkeiten in ihrem Unternehmen. Hier zeigt sich, dass sie am ehesten Dinge im Unternehmen mitgestalten können, die sie selbst (75 Prozent) oder ihr Team (73 Prozent) betreffen. Bei allem, was die Unternehmensführung betrifft, dürfen derzeit 25 Prozent der Befragten, etwas mitgestalten. Dass sie gar nichts beeinflussen können, sagen neun Prozent. Die Wege, über die die Befragten Einfluss nehmen, sind meistens Teammeetings (62 Prozent) und persönliche Mitarbeitergespräche (67 Prozent).
Dementsprechend beziehen sich bisher eingebrachte Ideen oder Verbesserungsvorschläge auch vor allem auf das Team (81 Prozent) oder auf die persönliche Position (61 Prozent). Die Unternehmensführung betrafen aber immerhin noch 33 Prozent der Ideen. Der Großteil aller Vorschläge wird auch aufgegriffen und umgesetzt in den Unternehmen – unabhängig davon, ob der Vorschlag von einem Mitarbeiter mit oder ohne Führungsverantwortung stammt.
Über die Studie
Insgesamt hat Haufe-Lexware für die Studie "Mitarbeiter und Mitentscheider" 16.317 Beschäftigte im deutschsprachigen Raum online befragt. 11.880 Angaben konnten ausgewertet werden. Die Befragten sind bei Arbeitgebern aller Größen und Branchen tätig, darunter Dienstleistung, Industrie, Gesundheit und soziale Dienste sowie Handel. Etwa drei Viertel dieser Befragten haben keine Führungsverantwortung.
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