Congress der Controller

Vonovia gewinnt Albrecht Deyhle Award for Controlling Excellence


Vonovia - Albrecht Deyhle Award for Controlling Excellence

Mit dem Projekt „Datenbasierte Steuerung & Führung Vonovia“ hat das Wohnungsunternehmen Vonovia SE den „Albrecht Deyhle Award for Controlling Excellence“ 2025 des Internationalen Controller Vereins (ICV) gewonnen. Der Preis wurde am 28. April im Rahmen des Congresses der Controller in München verliehen. Durch das Projekt wurden eine wertvolle Kostensenkung sowie neue Verhaltensmuster ausgelöst.

Nominierte auf der Shortlist waren außerdem die Silgan Holdings Austria GmbH sowie die Deutsche Telekom AG mit Projekten zu Robotic Process Automation sowie Business Analytics und Reporting. Der Preis wird gesponsert vom BI-Berater ATVISIO und dem Spülenhersteller Blanco.

Führender europäisches Wohnungsunternehmen

Rund 540.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich gehören zum Portfolio von Vonovia. Die Datenmenge, die aus dem operativen Geschäft mit Gebäuden und Anlagen, Kunden- und Mieteranfragen und Instandhaltungsaufträgen entsteht, wurde bislang kaum zu Steuerungszwecken genutzt. Die prämierte Lösung ändert das, indem sie auf drei Bausteine setzt.

  • Mit dem „digitalen Zwilling“ wird die reale Wertschöpfung digital abgebildet. Mit diesem Ausbau des Datenraums können operative und finanzielle Daten zusammengebracht werden.
  • Der zweite Baustein ist die Entwicklung digitaler Steuerungsinstrumente, um die Daten in Analyse, Performance Dialog und Forecasting nutzen zu können.
  • Diese datengetriebene Steuerung wird im dritten Baustein in Rollen, Kompetenzen und Verhalten verankert.

„Weniger Anekdoten und Bauchgefühl, mehr faktenbasierte Steuerung“

Mit dieser gemeinsamen Datenkultur, der Weiterentwicklung von Daten und Analytics-Kompetenzen sowie der Ownership für die datenorientierte Steuerung in IT, den Geschäftsfunktionen und im Controlling hat Vonovia die Jury des ICV Controlling Excellence Awards überzeugt. Zum einen, weil sich mit der Lösung laut Bewerbungsunterlagen mit einem erwarteten Ergebniseffekt von mehr als 5 Millionen Euro eine konkrete Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ergebe. Außerdem gingen mit der Lösung signifikante Veränderungen in der gelebten Steuerungspraxis einher: „Vom Vorstand bis zum Monteur – weniger Anekdoten und Bauchgefühl, mehr faktenbasierte Steuerung“, lobt Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Utz Schäffer in seiner Laudator-Rolle bei der Preisverleihung im Rahmen des 49. Congress der Controller am 28. April 2025 in München, wo am Vorabend auch das 50-jährige Bestehen des Veranstalters ICV gefeiert worden war.

Chat with your Data: Telekom setzt auf benutzerfreundliche Datenauswertung

Mit dem Projekt „Chat with your Data“ hat auch die Deutsche Telekom AG die Jury des ICV Controlling Excellence Awards von einer Finalistenplatzierung überzeugt. Ziel der Lösung zur Digitalisierung der Geschäftsanalyse ist es, relevante Unternehmensdaten schneller, verlässlicher und benutzerfreundlicher auszuwerten und so Entscheidungen im Unternehmen gezielt zu verbessern. Im Mittelpunkt steht eine eigenständige, KI-gestützte Chat-Anwendung, mit der sich Geschäftsdaten, insbesondere Finanzkennzahlen, einfach per Spracheingabe abfragen lassen. Auch ohne technisches Vorwissen können Nutzerinnen und Nutzer damit Kennzahlen ermitteln und eigene Analysen durchführen. Fundierte Einblicke sind damit in kürzester Zeit möglich. Die Text-zu-SQL-Logik in Verbindung mit semantischer Verarbeitung sorgt für ein hohes Maß an Präzision und Nutzerfreundlichkeit.

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Abweichungsanalyse wird automatisiert erstellt

Ergänzt wird der Chatbot durch ein System zur automatisierten Kommentierung von finanziellen Abweichungen. Dabei werden Auffälligkeiten erkannt und durch Künstliche Intelligenz in verständlicher Sprache beschrieben. Controllerinnen und Controller erhalten so eine erste fundierte Analyse, die sie als Grundlage für die finale Berichterstattung nutzen können. Zudem sind die automatisch generierten Kommentare im Rahmen des digitalen, standardisierten Berichtswesens direkt nutzbar – ganz ohne weitere manuelle Anpassung. Das reduziert den Aufwand deutlich und erhöht die Konsistenz der Ergebnisse. „Das ist ein Thema, an dem auf Sicht keiner mehr vorbeikommt“, ist Utz Schäffer überzeugt. Die Lösung „Automated Business Analytics“ wurde 2025 konzernweit eingeführt und kommt im monatlichen Reporting an das Top-Management bereits zum Einsatz.

Robotic Process Automation bei Geschäftsprozessen im KMU-Kontext bei Silgan Holdings

Die Lösung der Silgan Holdings Austria GmbH setzt am Praxisproblem der wenig effizienten manuellen und von Systemschnittstellen gebremsten Abläufen mit einem Applikationsmix aus SAP-Reports, Excel-Files und Excel-Makros an – und beendet es. Stattdessen setzt das Unternehmen, ein in Europa führender Hersteller von Metallverpackungen, nun darauf, Abläufe in regelgesteuerte (Robotic) betriebswirtschaftliche Vorgänge (Process) zu überführen, die wiederholbar sind (Automation). Der „Lean Stream“ ersetzt den Applikationsmix und läuft vollständig auf SAP.

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Damit, so berichtet Utz Schäffer bei der Award-Zeremonie, erzielt Silgan eine signifikante Produktivitätssteigerung und eine höhere Datenqualität, vor allem aber: Die Prozesszeit für die Berechnung in der konzerninternen Lohnfertigung sei laut eingereichter Award-Bewerbung von 180 auf 3 Minuten reduziert worden. „Das ist eine super Lösung für den Mittelstand, die für viele Unternehmen wertvolle Anregungen vermitteln kann“, glaubt Schäffer, denn auch beim Bewerber habe sich durch die erfolgreiche Umsetzung eine „Aufbruchstimmung“ ergeben, weitere Prozesse zu streamlinen.

Albrecht Deyhle Award for Controlling Excellence: renommierte Auszeichnung seit 2003

Mit dem Albrecht Deyhle Award for Controlling Excellence (vormals: Controlling Excellence Award) zeichnet der Internationale Controller Verein (ICV) seit 2003 überzeugende Controlling-Projekte aus, die für das einreichende Unternehmen eine maßgebliche Unterstützung bedeuten, weil sie genauso innovativ wie praxistauglich sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. Utz Schäffer (WHU – Otto Beisheim School of Management) wägen die Jurymitglieder (3 Praktiker, 3 Hochschullehrer) genau ab, wer am Ende neben Titel und Preisgeld auch das internationale Renommée des Awards sein Eigen nennen darf.


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