Offene Bürokonzepte verstehen sich in Abgrenzung zu herkömmlichen Büroformen, wie Zellenbüros einerseits und Gruppen- bzw. Großraumbüros andererseits:[1]

Zellenbüros (z. B. Sachbearbeitung, Rechnungswesen)

Herkömmliche Büros in an Verkehrsfluren gelegenen Einzelräumen, für 1 bis 6 Nutzer. Sie zeichnen sich durch geringe Störeinflüsse (zumindest bei geringer Belegungszahl) und hohe Individualisierbarkeit aus, haben aber nur beschränkte direkte Kommunikationsmöglichkeiten.

Gruppen- und Großraumbüros

Räume mit Arbeitsplätzen für größere Beschäftigtenzahlen (ab 400 m² als Großraumbüro bezeichnet). Klassische Großraumbüros verlieren an Bedeutung wegen ihres starren Nutzungskonzeptes, oft hoher Störfaktoren (Lärm, Ablenkung) und nicht zuletzt ihrer geringen Akzeptanz durch die Nutzer. In der Sonderform Call-Center sind sie allerdings immer noch aktuell.

Offene Bürokonzepte

Offene Bürokonzepte verbinden Anteile beider Formen. Häufig wird dabei unterschieden zwischen Kombibüros und offenen Bürolandschaften.

Kombibüros (z. B. Kundenberatung im Banken- und Versicherungsbereich)

Sie verknüpfen an der Fensterfront eines Gebäudes entlang angesiedelte Bürozellen für 1 bis 2 Nutzer mit einem innenliegenden Multifunktionsbereich, der z. B. als Besprechungszone, Pausenbereich, Technik- und Kopierbereich oder Archiv/Aktenablage genutzt werden kann. Dabei sind die Bürozellen i. d. R. weitgehend abgetrennt, aber statt über die nur zu Verkehrszwecken genutzten Büroflure über den Multifunktionsbereich erschlossen, der Begegnung und Austausch zwischen den Beschäftigten fördern soll.

Offene Bürolandschaften

Hier wird auf herkömmliche Bürozellen grundsätzlich verzichtet. Die Bürolandschaft setzt sich aus verschiedenen Formen von Arbeitsplätzen zusammen, die jeweils für bestimmte anfallende Tätigkeiten ausgelegt sind und wechselnd genutzt werden sollen. Dazu gehören:

  • offene Bereiche mit mehreren Arbeitsplätzen,
  • Büro- oder Besprechungszellen, z. B. für Führungskräfte,
  • sog. Thinktanks, kleine Bürozellen zum konzentrierten Arbeiten oder Telefonieren,
  • offene Besprechungsbereiche,
  • geschlossene Besprechungsräume,
  • offene Pausenbereiche (Lounges),
  • geschlossene Technikbereiche.
[1] Nach DGUV-I 215-441.

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