Mit dem von der Rechtsprechung vorgelegten Tempo konnte der Gesetzgeber nicht Schritt halten. Nach einer längeren Phase interner Vorarbeiten erklärte die damalige Bundesministerin der Justiz Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schließlich am 14. September 2011 auf dem 19. Deutschen Familiengerichtstag in Brühl u.a., dass "das Bundesjustizministerium die unterhaltsrechtliche Praxis auch bei den sogenannten Altehen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. ( … ) Bei der Herabsetzung und zeitlichen Begrenzung des Ehegattenunterhalts sind ehebedingte Nachteile zu berücksichtigen, die sich auch aus der Dauer der Ehe ergeben können. Unsere Rechtsprechungsanalyse zielt daher auch bei Altehen nicht auf eine “Reform der Reform‘, sondern auf die Frage, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele in der Praxis wirklich angekommen sind."“[45] Damit schließt sich der Kreis, weil diese Ankündigung den Weg für die Beschlussempfehlung der CDU/CSU- und der FDP-Bundestagsfraktion vom 23. November 2012 bereitete, durch die die Novellierung von § 1578b BGB eingeleitet wurde.[46]

[45] Vgl. Leutheusser-Schnarrenberger, in: Brühler Schriften zum Familienrecht (2012), 22 (27 f.).
[46] S. oben, Fn 9 und Text.

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