Rz. 51
Gemäß § 13 StBVV beträgt die Zeitgebühr 30 bis 75 EUR (Mittelgebühr: 52,50 EUR) je angefangene halbe Stunde. Es werden alle mit der jeweiligen Tätigkeit im Zusammenhang stehenden Arbeiten erfasst, nicht jedoch Zeiten für allgemeine Bürotätigkeit (wie z.B. Ablage, Fristenkontrolle usw.). Die angefallenen Zeiten sind konkret anzugeben und ggf. über Kanzleiorganisationsproramme, Zeugenaussagen o.Ä. nachzuweisen.
Rz. 52
Auch ist es notwendig zu differenzieren, welche Arbeiten durch den Berater und welche durch die angestellten Fachkräfte erbracht wurden. Zumindest kann dies als Indiz für den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Tätigkeit herangezogen werden. Soweit eine solche Aufschlüsselung von den Gerichten nicht gefordert wird, ist der Umfang der eigenen Tätigkeit des Beraters und der damit verbundene Schwierigkeitsgrad aber zumindest für die Bemessung der Höhe des zur Anwendung kommenden Stundensatzes bedeutsam. Während die Tätigkeit des Beraters im oberen Rahmen der Gebührenhöhe (75 EUR) einzuordnen ist, finden sich qualifizierte Fachkräfte im mittleren Bereich (Steuerfachangestellter 47 EUR und Steuerfachwirt 57 EUR) und Lehrlinge am unteren Rand (30 EUR) wieder.
Rz. 53
Der Mindestansatz ist eine halbe Stunde. Dies gilt selbst dann, wenn die Tätigkeit von kürzerer Dauer ist (z.B. bei Prüfung von Steuerbescheiden i.S.v. § 28 StBVV), soweit die Parteien nicht vertraglich etwas anderes vereinbart haben und soweit es sich nicht um eine zur Hauptleistung unselbstständige Nebenleistung handelt. Eine Abrechnung nach Minuten oder angefangenen Viertelstunden scheidet ohne eine gesonderte Honorarvereinbarung aus. Erstreckt sich eine Tätigkeit, die auf Basis der Zeitgebühr abgerechnet wird, über mehrere Tage (z.B. die Teilnahme an einer mehrtägigen Betriebsprüfung), so ist jeder Tag für sich zu runden.