OLG Frankfurt Ablehnung von Terminverlegung wegen Todesfall begründet Besorgnis der Befangenheit News 05.01.2026
OLG Hamburg Keine Kostenerstattung für externes Rechtsgutachten Anwälte müssen auch komplizierte Rechtsfragen selbst beurteilen. Kosten, die neben der Beauftragung eines Rechtsanwalts für ein externes Rechtsgutachten entstehen, muss der unterlegene Gegner nicht erstatten.
KG Berlin Anwalt muss bei eigenmächtiger Berufung Verfahrenskosten zahlen Das KG Berlin hat entschieden, dass ein Prozessbevollmächtigter bei missbräuchlicher Ausübung einer erteilten Prozessvollmacht persönlich für die Kosten des Berufungsverfahrens haftet. Der Rechtsanwalt hatte ohne Abstimmung mit seinem bedürftigen Mandanten Berufung eingelegt.
OLG München Richter dürfen auch mal auf den Tisch hauen Deutliche, scharf formulierte Unmutsaufwallungen eines Richters gegenüber einer Partei begründen keine Besorgnis der Befangenheit, wenn sie keine persönliche Missachtung zum Ausdruck bringen.
BGH Fehlendes Aktenzeichen entschuldigt keine Fristversäumung Versäumt das Beschwerdegericht nach eingelegter Beschwerde die Mitteilung des Aktenzeichens, so entbindet das den Verfahrensbevollmächtigten nicht von der Pflicht zur frist- und formgerechten Einreichung der Beschwerdebegründung.
BGH Rechtsmittelführer tragen Risiko der Ablehnung einer Fristverlängerung Beantragt ein Anwalt die Verlängerung einer Berufungsbegründungsfrist, darf er nur in eindeutigen Fällen auf die Gewährung der Verlängerung durch das Gericht vertrauen. Andernfalls trägt seine Partei das Risiko der Verfristung.
Elektronischer Rechtsverkehr Dokumente mit großen Datenmengen jetzt auch auf USB-Stick einreichbar Schriftsätze, die die Übertragungsgrenzen des beA überschreiten, dürfen seit dem 30.7.2025 auch auf USB-Stick bei Gericht eingereicht werden. Die neue ERVB 2025 ergänzt CD und DVD um einen weiteren digitalen Datenträger.
VGH Baden-Württemberg Müssen Gerichtstermine verlegt werden, wenn der Anwalt Urlaub macht? Die Verhinderung eines Prozessbevollmächtigten infolge eines zum Zeitpunkt einer gerichtlichen Ladung bereits gebuchten Urlaubs ist bei einem Einzelanwalt regelmäßig ein zwingender Verlegungsgrund.
BGH Einfache Signatur auf beA-Schriftsatz muss lesbar sein Regressfalle einfache Signatur: Die einfache Signatur eines Anwalts auf einem über sein beA eingereichten Schriftsatz muss den für den Schriftsatz verantwortlichen Anwalt durch eine entzifferbare Unterschrift erkennen lassen.
BGH Rechtsanwälte sollten beA auch in eigener Sache verwenden Ein Rechtsanwalt muss auch in eigenen Angelegenheiten Anträge und Rechtsmittel in elektronischer Form bei Gericht einreichen. Neben dem beA besteht die Option eines De-Mail-Kontos.
OLG Celle Bei Defekt des EGVP-Servers keine Ersatzeinreichung erforderlich Streikt beim Gericht der EGVP-Server, müssen fristgebundene Schriftsätze nicht ersatzweise per Fax oder Brief eingereicht werden. Es genügt die elektronische Übermittlung nach wiederhergestellter Funktionsfähigkeit.
BVerwG Anwalt muss im beA gerichtliche Eingangsbestätigung überprüfen Zu den anwaltlichen Sorgfaltspflichten gehört die Kontrolle der gerichtlichen Bestätigung des Eingangs eines elektronischen Dokuments. Ohne glaubhaft gemachte Prüfung keine Wiedereinsetzung wegen einer Fristversäumnis.
Zivilprozess BMJ plant Streitwertanhebung für Amtsgerichte auf 10.000 EUR Mit einem Gesetzentwurf zur Anhebung des Streitwerts und zur Ausweitung der Zuständigkeiten der Amtsgerichte bezweckt das BMJ die Stärkung einer orts- und bürgernahen Justiz.
FG Berlin Klage bei Unzumutbarkeit auch ohne beA Die Klage eines Anwalts in eigener Sache ist ohne Nutzung des beA zulässig, wenn nur auf diese Weise ein besonders schutzwürdiges Interesse wie das Steuergeheimnis gewahrt werden kann.
Zivilgerichtsbarkeit Gesetzentwurf zum komplett digitalisierten Zivilprozess Das BMJV hat einen Gesetzentwurf zur Einführung eines digital durchgeführten zivilgerichtlichen Onlineverfahrens zur vereinfachten Geltendmachung von Zahlungsansprüchen vorgestellt.
LG Lübeck Anwältin muss die Kosten einer Beschwerde selbst tragen Legt eine Anwältin gegen die Zurückweisung ihres Antrags auf Teilnahme am Gerichtstermin per Video-Call Beschwerde ein, so hat sie die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.
BGH Kein Urteil durch Richterin, die in der mündlichen Verhandlung nicht dabei war Ein zivilgerichtliches Urteil darf nur durch solche Richter gefällt werden, die in der mündlichen Verhandlung anwesend waren. Andernfalls ist der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
AG Dortmund Zeugenvernehmung per WhatsApp-Videochat Ein Novum im Ordnungswidrigkeitenverfahren: Zeugenvernehmung per Videochat über WhatsApp führte zum Absehen von einem Regelfahrverbot.