Wie funktioniert richtiges Händewaschen?
Die meisten jedoch waschen ihre Hände nicht richtig und nicht lange genug. Mit unseren Händen berühren wir jedoch ständig etwas, egal ob Treppengeländer, Türklinken, Tastaturen, Werkzeuge oder die Hände anderer zur Begrüßung. So befinden sich auf den Händen unzählige Keime, Bakterien und Viren, deren Zahl durch zu kurzes Händewaschen nicht ausreichend reduziert wird. Damit steigt das Risiko, selbst krank zu werden oder andere anzustecken.
Was man über richtiges Hände waschen wissen muss
Händewaschen reduziert das Risiko, sich und andere mit Infektionskrankheiten anzustecken enorm - ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung ganz im Sinne der Prävention. Bestimmte Situationen sollten zum Händewaschen führen:
- Vor dem Essen,
- Nach dem Toilettengang,
- Nach Kontakt mit Abfällen oder Gefahrstoffen,
- Vor der Pause,
- Nach Arbeitsende und natürlich
- Wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind.
Die Wassertemperatur hat auf die Effektivität des Händewaschens keinen Einfluss. Die Dauer und die Art und Weise, wie die Hände gewaschen werden, allerdings schon. Damit die Haut nicht zu sehr strapaziert wird, sollte man
- eine milde, pHneutrale Seife verwenden und
- nach dem Händewaschen eine rückfettende und feuchtigkeitsspendende Handcreme benutzen.
Wie lange dauert richtiges Händewaschen?
20 – 30 Sekunden sollte Händewaschen bei normal verschmutzten Händen dauern. Das entspricht dem zweimaligen Summen des Liedes "Happy Birthday".
Hygienische Händedesinfektion: So funktioniert richtiges Händewaschen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass über die Hände 80 % aller Infektionen übertragen werden. Durch regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife lassen sich Keime, Viren und Bakterien abwaschen.
- Hände unter fließendes Wasser halten
- Hände mit Seife gründlich einseifen, auch zwischen den Fingern, den Daumen und die Fingerspitzen, unter den Fingernägeln und den Handrücken
- Seife an allen Stellen sanft einreiben
- Hände unter fließendes Wasser halten und Seife abspülen
- Hände sorgfältig abtrocknen, auch in den Fingerzwischenräumen
Diese und viele andere Tipps rund ums Händewaschen bietet die Rubrik gleichen Namens auf dem Infektionsschutz-Internetportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Eine hygienische Händedesinfektion ist im Allgemeinen nicht zwingend erforderlich. Es kann jedoch sinnvoll sein, bei einem erhöhten Infektionsrisiko die Hände zu desinfizieren. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Familienmitglied an einer Infektion erkrankt ist, bei einem Krankenhausbesuch oder bei beruflichen Tätigkeiten, die eine hygienische Händedesinfektion erfordern.
Anleitung: Hygienische Händedesinfektion nach EN 1500
In Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen ist laut WHO in 5 bestimmten Situationen eine hygienische Händedesinfektion notwendig:
- Vor Patientenkontakt
- Vor einer aseptischen Tätigkeit
- Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
- Nach Patientenkontakt
- Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.
Wo hygienische Händedesinfektion erforderlich ist, müssen Desinfektionsmittelspender bereitgestellt werden. Ein Hautschutz-, Händehygiene- und Handschuhplan muss einrichtungsspezifisch erstellt werden und muss zugänglich sein.
Bei der Händedesinfektion sollte eine Hand voll des Desinfektionsmittels in die trockene Hand gegeben und mindestens 30 Sekunden eingerieben werden. Hierbei die Handflächen aneinander reiben und das Mittel zwischen den Fingern und um die einzelnen Finger herum verteilen. Die gesamte Oberfläche der Hände sollte benetzt sein. Auch die Rückseite der Hände und der Daumen sollten nicht vergessen werden. Mit den Fingerspitzen in die Handinnenflächen reiben, um auch die Fingernägel zu desinfizieren.
Die DIN EN 1500 beinhaltet die hygienische Händedesinfektion mit Desinfektionsmitteln.
Was ist chirurgische Händedesinfektion?
Vor einem operativen Eingriff muss eine chirurgische Händedesinfektion stattfinden. Hierbei sollen Bakterien, Pilze und Viren vor der Operation eliminiert werden. Die chirurgische Händedesinfektion erfolgt vor dem Anlegen von sterilen OP-Handschuhen, durch die das Kontaminationsrisiko weiter reduziert wird. Das Robert-Koch-Institut gibt hier Empfehlungen in dem Dokument „ Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“.
Checkliste "Hygiene im Betrieb"
Mit der Checkliste "Hygiene im Betrieb" kann kontrolliert werden, ob allgemeine Hygieneregeln (z. B. für Waschräume und Toiletten) und spezielle Hygienemaßnahmen (z. B. für den Umgang mit Lebensmitteln) eingehalten werden.
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