Natürliche Personen unterliegen der Einkommensteuer, u.a. mit ihren Einkünften aus Gewerbebetrieb. Als Einkünfte aus Gewerbebetrieb gilt somit der erwirtschaftete Gewinn. Als Gewinn gilt im Allgemeinen der Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen (BV) am Schluss des WJ und dem BV am Schluss des vorangegangenen WJ, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen.[5] Bei Gewerbetreibenden, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, ist für den Schluss des WJ grundsätzlich das BV anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung auszuweisen ist.[6]

Tonnagebesteuerung (§ 5a EStG): Seit Ende 1999 besteht mit § 5a EStG insoweit eine weitere Möglichkeit der Gewinnermittlung bei Handelsschiffen im internationalen Verkehr: die sog. Tonnagebesteuerung. Danach wird der Gewinn pauschaliert nach der Größe (Nettoraumzahl) des Schiffes ermittelt. Der im WJ erzielte Gewinn beträgt pro Tag des Betriebs für jedes im internationalen Verkehr betriebene Handelsschiff für jeweils volle 100 Nettotonnen (Nettoraumzahl), § 5a Abs. 1 S. 2 EStG:

  • 0,92 EUR bei einer Tonnage bis zu 1.000 Nettotonnen,
  • 0,69 EUR für die 1.000 Nettotonnen übersteigende Tonnage bis zu 10.000 Nettotonnen,
  • 0,46 EUR für die 10.000 Nettotonnen übersteigende Tonnage bis zu 25.000 Nettotonnen,
  • 0,23 EUR für die 25.000 Nettotonnen übersteigende Tonnage.

Berechtigung zur Tonnagebesteuerung: Für die Berechtigung zur Tonnagebesteuerung müssen jedoch insbesondere folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Reeder muss einen Gewerbebetrieb mit Geschäftsleitung im Inland haben.
  • Der Gewinn muss auf den Betrieb von Handelsschiffen im internationalen Verkehr entfallen, d.h. eigene oder gecharterte Seeschiffe müssen im WJ überwiegend in einem inländischen Seeschiffsregister eingetragen sein und in diesem WJ überwiegend zur Beförderung von Personen oder Gütern im Verkehr mit oder zwischen ausländischen Häfen, innerhalb eines ausländischen Hafens oder zwischen einem ausländischen Hafen und der Hohen See eingesetzt werden.
  • Der Reeder muss beim Finanzamt einen unwiderruflichen Antrag auf Tonnagebesteuerung stellen und ist an diese Gewinnermittlungsart ab diesem Zeitpunkt 10 Jahre (sog. "Bindungsfrist") gebunden.
  • Letztlich muss auch die Bereederung der Handelsschiffe im Inland durchgeführt werden.

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