Seit Einführung des digitalen Datenzugriffs ist es der Finanzverwaltung gestattet, direkt auf die elektronischen Daten des zu prüfenden Unternehmens zuzugreifen.[1]

Der Zugriff betrifft nicht nur die Finanz- und Anlagenbuchhaltung, sondern umfasst auch Daten aus den sog. "Vorsystemen" wie Warenwirtschaftssystem, Kassensystem, Auftragsabwicklung etc.

Sämtliche steuerrelevanten elektronischen Daten sind unveränderbar aufzubewahren.[2] Dabei ist es unbeachtlich, ob die Daten im Unternehmen generiert wurden (z. B. Buchführung) oder von außen in die betriebliche Sphäre gelangten (z. B. elektronische Bankauszüge). Im Extremfall kann es bei Verstößen zur vollständigen Verwerfung der Buchführung und anschließenden Vollschätzung kommen. Das Bundesfinanzministerium hat sich dazu ausführlich in einem BMF-Schreiben[3] geäußert. In Bezug auf diese digitalen Daten haben sich auch (neue) Prüffelder und -methoden entwickelt:

Digitale Prüfungstechniken

 
Prüffeld Erläuterung
Sortiervorgänge Daten können leicht nach bestimmten Kriterien sortiert und geprüft werden (z. B. Sortierung nach Umsatzsteuerschlüssel, Betrag, Inland, Ausland, Geschäftsfreundegruppen, Umsätze einzelner Kassen).
Filtervorgänge Filtern nach Betrag, Zahlungen außerhalb einer bestimmten Periode, etc.
Zeitreihenvergleich Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben in bestimmten Zeitperioden (Tag, Woche, Monat, Jahr)
Doubletten Auffinden von mehrfach gebuchten Vorgängen
Lückenanalyse Auffinden fehlender Nummern in bestimmten Abrechnungskreisen

Tabelle: Digitale Prüfungstechniken

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