TV-H Tarifrunde 2026

Beschäftigte des Landes Hessen erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt


Tarifverhandlungen TV-H 2026

In der dritten Verhandlungsrunde konnte eine Tarifeinigung für den TV-H erzielt werden. Der Vertrag sieht zwei Gehaltssteigerungen vor. Die erste Erhöhung ist zum 1.7.2026 in Höhe von 3 % (mindestens 110 €) vorgesehen. Die zweite Erhöhung erfolgt am 1.10.2027 in Höhe von 2,8 %. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten.

Nach der Einigung in der TV-L-Tarifrunde gibt es nun auch eine Einigung in den Tarifverhandlungen für die Tarifbeschäftigten des Landes Hessen. Hessen ist das einzige Bundesland, das nicht Mitglied in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist, weshalb eigenständige Tarifverhandlungen stattfinden.

Die Eckpunkte der Einigung im Überblick

  • Erhöhung der Entgelte um 5,8 Prozent in zwei Schritten: Zum 1.7.26 werden die Entgelte um 3 Prozent, aber mindestens 110 Euro, angehoben. Zum 1.10.27 erfolgt eine Anhebung um weitere 2,8 Prozent.
  • Erhöhung der Entgelte für Auszubildende und Praktikant:innen: Die Ausbildungsentgelte nach dem TVA-H BBiG und dem TVA-H Pflege sowie die Tarifentgelte der Praktikant:innen nach dem TV Prakt-H werden zum 01.07.26 um einen Festbetrag von 80 Euro erhöht und zum 01.10.27 um weitere 70 Euro.
  • Verbesserung der Schicht- und Wechselschichtzulagen: Beschäftigte, die ständig Wechselschichtarbeit leisten, erhalten eine Wechselschichtzulage in Höhe von 200 Euro monatlich. Beschäftigte, die nicht ständig Wechselschichtarbeit leisten, erhalten eine Wechselschichtzulage in Höhe von 1,19 Euro pro Stunde.
  • Verbesserungen in der Entgeltordnung
  • Der Innenminister strebt die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf Besoldung und Versorgung der Beamtinnen und Beamten von Land und Kommunen
  • Schutzregelungen für Beschäftigte bei der Einführung von KI-Anwendungen (Arbeitsplatzsicherung, Qualifizierungsanspruch)
  • Laufzeit des Tarifvertrags: 25 Monate bis zum 29.2.2028
  • Hessen wird außerdem am Landesticket für die Beschäftigten festhalten.

Hessen erzielt bessere Ergebnisse

Die Verhandlungsführerin der Gewerkschaften und stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Christine Behle kommentierte die Tarifeinigung wie folgt: „Mit der Tarifeinigung halten wir nicht nur Anschluss an die anderen Tarifergebnisse im öffentlichen Dienst bei den übrigen Bundesländern sowie dem Bund und den Kommunen. Die Entgeltsteigerungen hier in Hessen sind sogar besser als die in den anderen Ländern, weil beispielsweise die dreiprozentige Erhöhung als erstes kommt und dann erst die 2,8 % aufsetzen. Damit hebt sich der Tarifvertrag positiv ab." Auch Hessens Innenminister Roman Poseck betonte: „Mit diesem Abschluss bleibt Hessen ein attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber. Das deutliche Gehaltsplus von insgesamt 5,8 % über gut zwei Jahre kann sich sehen lassen.“

Das waren die Forderungen der Gewerkschaften in der Tarifrunde TV-H 2026

Das waren die wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften im Überblick:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro
  • Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden (BBIG und Pflege) und Praktikanten um 200 Euro
  • Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung
  • Einbeziehung der studentischen Beschäftigten in den Geltungsbereich des TV-H
  • Eine Laufzeit von 12 Monaten hinsichtlich der Entgelte

Wie geht es weiter?

Es wurde eine Erklärungsfrist bis zum 30. April vereinbart. Die Gewerkschaft ver.di wird eine Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis durchführen. Sollte das Tarifergebnis nicht abgelehnt werden, finden in den kommenden Monaten die sogenannten Redaktionsverhandlungen statt. In diesen werden nach der grundsätzlichen Tarifeinigung (Eckpunkte-/Einigungspapier) die vereinbarten Inhalte konkretisiert, Detail- und Auslegungsfragen geklärt sowie die abschließenden Texte der Änderungstarifverträge (einschließlich Tabellen, Protokollerklärungen usw.) formuliert.

Wer ist von der TV-H-Tarifrunde betroffen?

Die Tarifverhandlungen in Hessen betreffen etwa 45.000 Beschäftigte, indirekt knapp 120.000 Landes- und Kommunalbeamt:innen, auf die das Tarifergebnis übertragen werden soll. Ebenfalls indirekt betroffen sind über 95.000 Versorgungsempfänger:innen.


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dbb, Hessisches Ministerium des Inneren, ver.di Hessen

Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung , Hessen
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