Messe

KI und Transformation im Mittelpunkt der ZP Nord 2026


Zukunft Personal Nord

Auf der diesjährigen Personalmesse ZP Nord 2026 am 25. und 26. März diskutierten HR-Professionals in Hamburg über die Folgen von Change-Management und über Transformationsprozesse. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten KI sowie die Trends bei der Automatisierung.

In Zeiten von Digitalisierung, KI und Fachkräftemangel sind Führungskräfte gefragt. Beim Anbieter von Intralogistik, dem Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich, setzen Transformationsprozesse zuallererst beim Führungsteam an, sagte Andrea Heinze vom Change Management & Cultural Development auf dem Podium "neues lernen" in Hamburg: "Führungskräfte sind die Treiber, die Klarheit geben." Damit das gelinge, müssten Führungsteams befähigt werden, einheitliche Botschaften zu vermitteln. 

ZP Nord: Automatisierung, mentale Gesundheit und HR-Tech im Fokus

Die ZP Nord verzeichnete in diesem Jahr 7943 Teilnehmende und lag damit auf Vorjahresniveau. Die Veranstalter werteten die stabile Teilnehmerzahl angesichts der allgemeinen Wirtschafts- und Marktlage als erfreuliche Entwicklung. Bei der zweitägigen Veranstaltung zeigte sich außerdem, dass viele Teilnehmende konkrete Impulse und Entscheidungshilfe suchten. Die Vorträge und Diskussionsrunden auf den insgesamt 13 Bühnen und Veranstaltungsflächen waren jedenfalls gut besucht. Zu den zentralen Themen in den Hamburger Messehallen zählten unter anderem Automatisierung, mentale Gesundheit sowie HR-Software-Lösungen.

Viele Aussteller verzeichneten eine hohen Informationsbedarf beim Fachpublikum. Gleichzeitig zeichnete sich angesichts kleinerer Budgets eine gewisse Investitionszurückhaltung ab. Die wohl zentrale Frage war, wie es gelingt, Mitarbeitende in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bei Transformationsprozessen mitzunehmen und das Change-Management gut zu gestalten.

Simone Kauffeld auf der ZP Nord: "Veränderungen orchestrieren"

Auf dem Keynote-Podium der Redaktion "neues lernen", moderiert von Redakteurin Julia Senner, betonte Simone Kauffeld vom Lehrstuhl für Arbeits- und Organisations- und Sozialpsychologie an der TU Braunschweig, Veränderung müsse orchestriert werden, damit sich keine Überforderung bei den Mitarbeitenden einstelle. Entscheidend sei die Einbindung der Mitarbeitenden in Change-Prozesse. Dazu müssten Gelegenheiten geschaffen werden, dass diese ihre Meinung äußern könnten und sich gehört fühlten. "Das heißt nicht unbedingt, dass ich mitbestimmen muss, sondern das heißt einfach, ich habe die Gelegenheit meine Meinung kundzutun."

Für gelungene Transformationsprozesse brauche es auch psychologische Sicherheit, "etwa, dass der Arbeitsplatz sicher ist". Eine Veränderungsmüdigkeit gäben ihre Erhebungen hingegen nicht her: "Es sind doch sehr viele überrascht, wie viele proaktiv angesprochen werden wollen. Dieses Potenzial nutzen wir noch nicht." 

Wie Führung in der Transformation für Klarheit sorgt 

Eine weitere Gesprächspartnerin des Podiums war Andrea Heinze von Jungheinrich, die von einem Veränderungsprojekt berichtete, in dem Doppelarbeit verringert und die Ausrichtung auf die Kunden verbessert werden sollte. Dazu wurde eine Change-Management-Guidance aufgelegt. So sollten Führungskräfte ein abgestimmtes Zielbild schaffen, es einheitlich interpretieren und eine einheitliche Botschaft teilen. Danach sei es dann an die Prozesskommunikation gegangen: "Viele sagen, dass das 'why' wichtig ist. Das ist sicherlich wichtig, um zu wissen, warum wir uns verändern müssen. Ich finde aber viel wichtiger zu wissen, wo es eigentlich hingeht und wozu wir das machen. Das sorgt für Attraktivität – nicht bei jedem, aber zumindest bei denjenigen, die mitwollen."

Das Gespräch mit Simone Kauffeld und Andrea Heinze wurde auf der ZP Nord aufgezeichnet und ist am 21. April als Podcast der Redaktion "neues lernen" zu hören.

Ein zentrales Thema der Zukunft Personal Nord war KI

Viele Präsentationen auf der ZP Nord drehten sich auch um den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Personalwesen und um den Umgang mit der zunehmenden Unsicherheit angesichts einer schwächelnden Wirtschaft. Neue Strategien und Softwarelösungen rund um die Themen Führungskräfteentwicklung, Employer Branding, Recruiting, Mitarbeiterbindung und Personalverwaltung wurden vorgestellt. 

Einige Speaker machten den Einsatz von KI mit Fallbeispielen aus der Praxis anschaulich. Stefanie Wangemann, Leiterin Konzern Personal Digitalisierung & Beratungscenter bei VW stellte den Chatbot "Milo" vor, der 2025 bundesweit im Konzern ausgerollt worden ist. Dabei handele es sich um eine Wissensdatenbank, sagte sie. Milo solle die HR-Mitarbeitenden nicht ersetzen. Es gehe vielmehr darum, "repetitive, administrative Tätigkeiten" zu automatisieren. 

Die Schwestermesse ZP Süd findet am 21. April und 22. April 2026 in Stuttgart statt.


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Schlagworte zum Thema:  Transformation , Messe , HR-Management
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