Personalmagazin launcht neues Format

Das Personalmagazin, Deutschlands meistgelesenes Fachmagazin im Personalwesen, belegt mit der Serie "Geschichten aus der HR-Welt" ein Zukunftsformat. Leserinnen und Leser von haufe.de/personal erhalten exklusiv die Möglichkeit, den ersten Teil der Serie bereits vor der Veröffentlichung im Magazin zu lesen.

"Mit 'Geschichten aus der HR-Welt' hat das Personalmagazin ein ansprechendes und praxisnahes Format geschaffen, das die HR-Fachleute zur Identifikation einlädt", erklärt Matthias Haller, Chefredakteur des Personalmagazins. In gedruckter Form ist der erste Teil in Personalmagazin Ausgabe 05/2025 zu lesen, das am 15. April erscheint. Die Serie wird ab dann in jeder Personalmagazin-Ausgabe fortgesetzt.

Mit dem neuen Format greift das Personalmagazin die Tradition des Fortsetzungsromans auf. Bereits heute kommen die Leserinnen und Leser von haufe.de/personal in den Genuss, den ersten Teil zu lesen. Die Redaktion des Personalmagazins freut sich über Rückmeldungen, um individuelle Wünsche und Ideen in den Fortsetzungsroman einzuarbeiten. Wir wünschen unbeschwertes Lesevergnügen.

Schockierende Nachrichten

"Das können die doch nicht ernst meinen", dachte Stefanie und starrte auf die Mail, die gerade mit einem "Pling" im perfekt aufgeräumten E-Mail-Postfach ihres Laptops aufgetaucht war. Die Mail kam von ganz oben, aus dem Vorstand des renommierten Familienunternehmens, für das Stefanie seit vielen Jahren als Personalchefin arbeitete. Mit einem Blick, der vor Wut flackerte, las sie die Mail noch einmal. Dagegen musste sie etwas unternehmen! Und sie brauchte dafür einen Verbündeten.

Doch wem konnte sie vertrauen? Stefanie öffnete das Chatfenster auf ihrem Desktop, wählte "Luca Maierbrunner" an und tippte eine kurze Nachricht in die Tasten: "Hast du Zeit? Ich bräuchte dich kurz in meinem Büro." Sie griff nach dem Glaspokal, den "Seibel Innovations" vor einigen Jahren für die hervorragende Personalarbeit erhalten hatte, und wollte den schweren gläsernen Würfel mit seinen scharfen Kanten an die Wand schleudern. Doch Stefanie besann sich rechtzeitig und schüttelte nur fassungslos den Kopf, sodass ihr ein paar Haarsträhnen in die Stirn fielen. 

April, April

Hand aufs Herz: Haben Sie uns unser neues Format abgenommen? Auch wenn das Schreiben dieses Fortsetzungsromans uns irrsinnig viel Freude bereitet hat: es war - leider - nur ein kleiner Scherz zum 1. April 2025. Auch in Personalmagazin 5/2025 werden selbstverständlich keine "Geschichten aus der HR-Welt" erscheinen – dafür wie gewohnt verlässliche Zahlen und Methoden für Ihren Führungsalltag.

Eine leuchtende Karriere

Stefanie Wagner trug ihr schulterlanges, kastanienbraunes Haar am liebsten offen. Sie war 44 Jahre alt, doch wenn sie abends, nach einem wie immer langen Arbeitstag, in einem bequemen Hoodie auf dem Sofa saß oder sich am Wochenende mit ihren Freundinnen zum Abtanzen traf, hätte man sie glatt für eine Studentin halten können. Bei der Arbeit aber legte Frau Wagner Wert auf ein professionelles Auftreten. Vor mehr als 20 Jahren hatte sie begonnen, für das alteingesessene Familienunternehmen "Seibel Innovations" zu arbeiten, das für seine innovativen Transformations-, Innovations- und Change-Prozesse berühmt war, und war wegen ihrer unübersehbaren Talente schnell zur Personalleiterin aufgestiegen.

An diesem Tag trug sie eine schlichte, schwarze Stoffhose zu einer eleganten, cremefarbenen Bluse aus fallendem Stoff und war wie immer dezent geschminkt. Weil das wichtige Meeting mit der Geschäftsführung per Videocall angesetzt worden war, hatte Stefanie sich an diesem Morgen dazu entschieden, ihre Jimmy Choos zuhause zu lassen und dafür ausnahmsweise ihre geliebten Sneakers zu tragen.  

Der verlorene Sohn 

Dieses Meeting! Stefanie schnaubte bei der Erinnerung daran. In knappen Worten war ihr wie allen Führungskräften von "Seibel Innovations" mitgeteilt worden, dass nach dem Tod von Heribert Seibel, allseits beliebter Inhaber und Geschäftsführer von "Seibel Innovations", künftig nicht dessen Sohn Konstantin-Maximilian, sondern irgendein von Vorstand und Aufsichtsrat auserkorener Jurist das Unternehmen führen sollte. Nachfragen waren nicht erlaubt, stattdessen hatte Stefanie nur per Mail den Auftrag erhalten, Stillschweigen darüber zu bewahren, bis der neue Geschäftsführer beim großen Firmen-Frühjahrsfest in zwei Tagen vorgestellt werden sollte. 

Stefanie war außer sich. Hatte sie mit ihren Kolleginnen nicht unzählige Seminare aufgesetzt, um Führungskräfte in guter Gesprächsführung und Krisenkommunikation zu schulen? Aber das war ja noch nicht einmal das Schlimmste: Der Strategiewechsel bei der Unternehmensnachfolge würde "Seibel Innovations" in seinen Grundmauern erschüttern. Natürlich, Maximilian-Konstantin war gerade einmal 30 Jahre alt, hatte bislang wenig Interesse an den Geschäften gezeigt und war fast so unberrechenbar wie Lord Baelish aus Game of Thrones.

Aber er war nun einmal der rechtmäßige Erbe von "Seibel Innovations". Der allseits beliebte Heribert Seibel hatte bis zu seinem Tode immer wieder betont, dass "Seibel Innovations" von seinem erstgeborenen Sohn weitergeführt werden solle. Gewitzt, wie sie waren, griffen Vorstand und Aufsichtsrat jedoch ein Gerücht auf, über das sonst nur besonders lästerhafte Kolleginnen und Kollegen an der Kaffeemaschine tuschelten: Konstantin-Maximilian sei gar nicht der erstgeborene Sohn des allseits beliebten Heribert Seibel, es gebe noch eine Art "verlorener Sohn" und ein dunkles Geheimnis. Die Geschäftsführung in andere Hände zu legen, sei deshalb alternativlos, behauptete der Vorstand.

Verwirrung der Gefühle 

Doch Personalchefin Stefanie Wagner wusste: Den Wunsch des allseits beliebten Verstorbenen zu ignorieren, würde bei den Mitarbeitenden für Besorgnis und Unruhe sorgen. Und das war etwas, das sie unter allen Umständen vermeiden wollte. Sie hatte Human Ressources ihr Leben verschrieben, sie sorgte für ein harmonisches Miteinander und ungetrübte Produktivität im Unternehmen und so sollte es auch bleiben. 

Es klopfte und mit einem charmanten Lächeln, das seine perfekten weißen Zähne zeigte, betrat Luca ihr lichtdurchflutetes Eckbüro. Stefanie hatte ihn vor zwei Monaten als Trainee in der Personalabteilung aufgenommen. Luca war 23 Jahre alt und hatte hellblondes Haar, das wie immer keck unter seiner lavendelfarbenen Beanie hervorlugte. Stefanie schaute vom Laptop auf und musste unvermittelt an den jungen, bereits damals allseits beliebten Heribert Seibel denken. Irgendetwas im Auftreten ihres jungen Trainees erinnerte sie an den Mann, der sie vor vielen Jahren als junge Personalsachbearbeiterin so herzlich ins Familienunternehmen aufgenommen hatte. Fast noch mehr aber irritierte Stefanie die Beanie auf Lucas Kopf. Warum trug er eine solche Mütze, die nicht einmal bis zu seinen Ohren reichte? Wenn sie ehrlich war, wunderte sie sich auch über die Farbe. Müsste ein junger Mann wie Luca nicht eher eine dunkelblaue oder zumindest tannengrüne Mütze tragen? Sobald sie ihre Gedanken bemerkte, schimpfte sich Stefanie innerlich dafür. Sie hatte doch erst vor wenigen Wochen auf einem großen Diversity-Podium über das Problem mit diesem Unconscious Bias gesprochen und war stolz auf die vielen alters- und gendergemischten Teams, die sie über die Jahre im Unternehmen aufgebaut und begleitet hatte. 

Und eigentlich, so musste Stefanie sich eingestehen, waren es nicht die Mütze und auch nicht deren Farbe, die sie so aus dem Konzept brachten. Es war Luca selbst, wie er da vor ihr stand, mit seinem kleinen Schnauzbart, seinen knöchellangen Jeans und den weißen Tennissocken. Er strahlte eine Unbekümmertheit und eine Offenheit aus, bei der Stefanie die Kehle eng wurde. Überraschenderweise hatte Luca sich während des ganzen, doch etwas länglichen inneren Monologs von Stefanie nicht von der Stelle gerührt und lächelte sie noch immer mit seinen perfekten Zähnen an. 

Ein verhängnisvoller Plan 

"Schau dir das doch bitte einmal an", sagte Stefanie und spürte, wie ihr Puls schneller schlug und die Härchen an ihren Unterarmen sich mit einem feinen Prickeln aufstellten, als Luca nah an sie herantrat, um über ihre Schulter einen Blick auf den Bildschirm ihres aufgeklappten Laptops zu werfen. Als er den kurzen Text gelesen hatte, schaute er sie mit seinen großen, sturmblauen Augen an. "Können die das wirklich machen?", fragte er entsetzt. "Ja, das können sie. Aber du und ich, wir werden das nicht zulassen", antwortete Stefanie. "Aber was sollen wir tun? Wir haben nur 72 Stunden, bis Vorstand und Aufsichtsrat den neuen Geschäftsführer öffentlich vorstellen", gab Luca zu bedenken.

Doch Stefanie hatte einen Plan. "Wir gehen ins Archiv. 'Seibel Innovations' war nicht immer so perfekt digitalisiert, wie wir es heute sind. Da unten lagern unzählige Aktenordner und wichtige Unterlagen", erklärte sie Luca, der gebannt lauschte. "Ich bin mir sicher, dass wir dort unten die Geburtsurkunde von Konstantin-Maximilian finden." Lucas Blick hellte sich auf. "In Ordnung", sagte er. "Aber jetzt ist es 17 Uhr. Du weißt ja, mir sind ein pünktlicher Feierabend und eine klare Grenze zwischen Arbeit und Beruf wichtig. Sehen wir uns dann morgen früh?" Das war noch so etwas, das Stefanie nicht recht einordnen konnte: Sie hatte das mit der Work-Life-Balance ja verstanden, ihre Generation hat das schließlich irgendwie mit erfunden. Aber hätte sie sich damals in ihren 20ern nicht so dahintergeklemmt und bisweilen bis zum Umfallen gearbeitet, wäre sie sicherlich nicht so weit gekommen. Womöglich. Vielleicht.  

Stefanie sah Luca nach, wie er durch das helle, offene Büro zu den Aufzügen ging. So oder so war sie froh, ihn an ihrer Seite zu wissen. Gleich morgen früh um 8 Uhr würde sie mit ihm ins Archiv hinunterfahren. Zufrieden steckte sie ihren Laptop in ihre schlichte Aktentasche. Hätte Stefanie gewusst, was sie und Luca im Archiv erwarten würde, hätte sie wohl auch den schweren gläsernen Würfel mit den scharfen Kanten eingepackt. 


Welches dunkle Geheimnis erwartet Stefanie und Luca im Archiv von "Seibel Innovations"? Kann Stefanie sich ihre beginnenden Gefühle für Luca eingestehen? Und was ist mit Luca? Ob es ihm wohl gelingt, Stefanie zu zeigen, dass es im Leben mehr gibt als Strategiepapiere und digitale Personalakten? Wie es weitergeht, erfahren Sie am 1. April 2026, wenn wir den zweiten Teil von "Geschichten aus der HR-Welt" veröffentlichen.



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