Wenn Berufstätige an Demenz erkranken

Erkranken Berufstätige an einer Demenz, benötigen sie eine andere Unterstützung als ältere Menschen mit Demenz. Denn dement ist nicht gleich alt. Wer mit Anfang 50 erkrankt, steckt in einer Lebensphase, die noch für einen langen Zeitraum auf Zukunft ausgerichtet ist. Da sind der Job, das Eigenheim, die Familie, nicht selten schulpflichtige oder Kinder in der Ausbildung. Bisher gibt es nur wenige Angebote, vor allem Selbsthilfegruppen.
Wer früh an Demenz erkrankt, für den stellen sich vor allem folgende Fragen:
- Wie informiere ich meinen Arbeitgeber und die Kollegen darüber?
- Wie kann der Ausstieg aus dem Beruf stattfinden und wann muss das sein?
- Mit welchen finanziellen Auswirkungen muss ich rechnen?
- Wie wird meine Familie mit der Herausforderung umgehen?
Was bedeutet Demenz?
Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten wie Denken und Erinnern eingeschränkt sind. Die Hauptmerkmale sind:
- verstärkte Vergesslichkeit,
- Orientierungs- und
- Sprachstörungen.
In vielen Fällen kommen noch hinzu:
- körperliche Unruhe,
- Unsicherheit,
- Interesselosigkeit oder
- Persönlichkeitsveränderungen und
später auch
- fehlende Organisation von Körperpflege und Kleidung sowie
- Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang.
Späte Diagnose bei jungen Demenzerkrankten
Die Krankheit beginnt meist schleichend und wird vor allem bei Jüngeren oft sehr spät diagnostiziert.
Angebote für jüngerer Menschen mit Demenz
Die bestehenden Pflege- und Betreuungsangebote für Demenzkranke entsprechen in der Regel nicht den Bedürfnissen jüngerer Menschen mit Demenz und deren Angehörigen. Sie wollen Austausch und Aktivitäten mit Gleichaltrigen. In Nordrhein-Westfalen z. B. es gibt in 31 Städten Angebote für jüngere Menschen mit beginnender Demenz. Die Hälfte davon sind Selbsthilfegruppen. Informationen und Kontaktdaten finden sich auf der Website der Landesinitiative Demenz-Service NRW.
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