Kommunale Kliniken in Not
Der Verbund vertritt 22 Träger von 33 Akutkliniken und damit die meisten Krankenhäuser, die sich in Hessen in öffentlicher Hand befinden.
«Es geht allen zunehmend schlechter», sagte 46-Jährige, der seit Sommer 2011 als Geschäftsführer im Amt ist. Kliniken, die vor einigen Jahren noch Gewinne gemacht hätten, sacken jetzt ins Defizit ab. Besonders prekär ist seiner Einschätzung nach die Lage auf dem Land, «wo man im Gegensatz zum Ballungsraum keine Möglichkeit hat, dem Konkurrenten Patienten abzujagen».
Der Grund: «Die Kosten steigen, während die Preise gedeckelt sind.» In den vergangenen Jahren seien die Mehrkosten - zum Beispiel durch Tarifabschlüsse - ausgeglichen worden, indem man den Beschäftigten mehr Arbeit aufgebürdet habe, auch die Arbeitsabläufe seien verbessert worden. «Aber irgendwann ist das Ende erreicht und an dem Punkt sind wir jetzt: Den Häusern geht die Luft aus», mahnte Hartjes.
Direkt vor der Insolvenz stehe kein Haus, sagte der Geschäftsführer. «Bevor man seine Rechnungen und Gehälter nicht mehr bezahlen kann, werden andere Optionen geprüft: Zum Beispiel unrentable Abteilungen schließen oder das Haus zum Verkauf ausschreiben.» Zuletzt wurden 49 Prozent der Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken an die private Rhön-Klinikum AG verkauft.
Einige Kliniken befänden sich in einem sogenannten «Interessenbekundungsverfahren», bei dem Partner gesucht werden, die sich engagieren. «Das können aber auch andere öffentliche Krankenhäuser sein», erklärte Hartjes. Die vom hessischen Sozialministerium bevorzugte Idee, dass sich kleinere Häuser zu einem größeren mit mehreren Standorten zusammenzuschließen, sei in der Praxis aber nicht ganz so einfach. Nicht-Mitglied im Klinikverbund Hessen sind einige große Klinken wie die in Offenbach, Kassel oder Darmstadt.
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