Smart & Grün: Leicht umsetzbare Wege für höhere Energieeffizienz
An den Megatrends Energieeffizienz und Nachhaltigkeit führt für Unternehmen kein Weg mehr vorbei. Der gesetzgeberische Druck steigt, Kunden und Verbraucher stellen immer höhere Anforderungen an nachhaltige Produktion und Produkte. Im Kampf um Fachkräfte haben diejenigen Unternehmen die besseren Chancen, die von Bewerbern als besonders nachhaltig wahrgenommen werden.
Diese Erkenntnisse sind in den Geschäftsleitungen angekommen. Nachhaltigkeit wird zum elementaren Bestandteil der Unternehmensstrategie gemacht, Prozesse und Abteilungen auf Nachhaltigkeit getrimmt, manches Unternehmen richtet sogar sein Geschäftsmodell neu und auf Nachhaltigkeit aus.
Nachhaltigkeit muss wirtschaftlich sein
Dabei ist festzustellen, dass ein Irrglaube verschwunden ist, der sich lange hartnäckig gehalten hat: Gerne wurde früher kolportiert, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gegenseitig ausschließen. Glücklicherweise haben die Unternehmen erkannt, dass das Gegenteil der Fall ist. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit begünstigen einander.
Der Aspekt der Energieeffizienz illustriert diesen Umstand besonders gut:
Der Austausch eines alten Elektromotors durch einen modernen Motor höherer Effizienzklasse senkt die Energiekosten. Dadurch steigt die Marge. Der so entstehende Vorteil kann entweder als Wettbewerbsvorteil an den Kunden weitergegeben werden oder erhöht den Gewinn des Unternehmens.
Positive Nebeneffekte, die begleitend eintreten, sind mehr Nachhaltigkeit und eine daraus resultierende Stärkung der Arbeitgebermarke. Ganz automatisch, quasi als Reflex auf die Energieeffizienzmaßnahme.
Neben diesen allgemeinen Effekten haben viele Maßnahmen noch weitere individuelle Vorteile. Diese beeinflussen beispielsweise industrielle Prozesse oder die Lebensdauer von Anlagenkomponenten positiv.
Den meisten Maßnahmen ist aber eines gemeinsam:
Sie amortisieren sich meist innerhalb von zwei bis drei Jahren. Ein Zeitraum, der in der Industrie häufig die relevante Grenze zwischen Beauftragung und Absage darstellt. Dadurch rücken klassische Management-Kennzahlen wie der ROI – der Return On Investment – als Entscheidungsgrundlage in den Vordergrund.
Es ist alles da
Geht es um Energieeffizienz lautet die gute Nachricht, dass ein immens großes Angebot an bereits technisch bewährten Lösungen schon heute existiert. Für jeden Bereich des industriellen Energieverbrauchs gibt es passende Lösungen. Kompetente Berater unterstützen die Unternehmen bei der Wahl geeigneter Maßnahmen und spezialisierte Dienstleister unterstützen bei der Umsetzung. Großzügige staatliche Förderung erhöht die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen.
Auch an Potential mangelt es nicht: Einer Kurzstudie der Hochschule Niederrhein zufolge können 44 Prozent des industriellen Energieverbrauchs in Deutschland eingespart werden. Und zwar mit bereits existierenden Lösungen.
Angebot und Nachfrage klaffen auseinander
Während in der Theorie ein umfangreiches Angebot besteht, ist die Nachfrage in der Praxis überraschenderweise verhalten: Unternehmen tun sich nach wie vor schwer damit, ihren Energieverbrauch durch existierende Lösungen zu reduzieren.
Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen wird das umfangreiche Angebot an vorhandenen Lösungen zum Problem: Fehlt es im Unternehmen an Strukturen, Know-how und Ressourcen, sehen sich Nachhaltigkeitsverantwortliche schnell einem undurchdringlichen Dickicht ausgesetzt. Dann wird mit viel Ambition recherchiert, Berater und Dienstleister dürfen sich vorstellen und am Ende geschieht meist eines: Nichts.
Doch auch andere Gründe führen häufig dazu, dass Wollen und Tun auseinanderklaffen: Lösungen sind nicht bekannt, es herrscht hoher Produktionsdruck und das Tagesgeschäft hat stets Vorrang. Fachkräftemangel und knappe Budgets tun ihr Übriges.
Wie sich Anbieter und Nachhaltigkeitsmanager selbst im Wege stehen
Aber auch all jene, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, leisten oft einen Beitrag, der die Umsetzung von Maßnahmen verhindert. Die vertiefte Beschäftigung führt zu „Scheuklappen“, die gerne vergessen lassen, dass nicht jeder täglich und ausschließlich mit Nachhaltigkeit und all seinen Facetten beschäftigt ist. Gerade jene, die Maßnahmen umsetzen sollen, sind selten im Detail in Fragen von ESG, SDG oder CSRD, involviert. Hier wird eine zu detaillierte und Vorwissen unterstellende Kommunikation schnell als belehrend oder vorwurfsvoll empfunden. Mit der Folge, dass Widerstände entstehen und die Umsetzung von an sich sinnvollen und wirtschaftlichen Maßnahmen letztlich scheitert.
Wie Kommunikation die Umsetzung von Nachhaltigkeit fördern kann
In der Praxis der Umsetzenden ist sehr oft ein Bedürfnis nach klarer und konkreter Kommunikation festzustellen. Anwender und Umsetzer möchten wissen, wie konkret eine Maßnahme umgesetzt wird, wie der Ablauf der Umsetzung aussieht. Was auf sie zukommt, welchen Nutzen und welche Kosten sie zu erwarten haben. Und das idealerweise in einer einfach verständlichen Sprache, die den Zugang zum jeweiligen Thema erleichtert.
Doch nicht nur die Wahl der richtigen Kommunikation erhöht die Erfolgsaussichten von angestrebten Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Auch die Wahl der Themen ist von entscheidender Bedeutung. Nachhaltigkeit und Klimaschutz können schnell unübersichtlich und überfordernd wirken. Scheinen uferlos zu sein. Umso wichtiger ist es, für schnelle Erfolgserlebnisse zu sorgen. Den Mehrwert von Maßnahmen greifbar zu machen.
Bei der Auswahl von Lösungen sollte sich daher auf die viel gerühmten low hanging fruits konzentriert werden. Das sind Maßnahmen, die mit überschaubarem Aufwand realisiert werden können und sich in weniger als zwei Jahren amortisieren. Haben Umsetzer erst einmal erlebt, dass Energieeffizienz- oder Nachhaltigkeitsmaßnahmen einfach umzusetzen sind und einen Mehrwert bieten, steigt erfahrungsgemäß die Bereitschaft, sich weiteren Lösungen zuzuwenden.
Energieeffizienz geht auch einfach
Es lohnen sich konkrete Praxisbeispiele aus der Industrie, um verständlich zu machen, dass Energieeffizienz auch einfach geht.
Am Beispiel Druckluft wird deutlich, wie Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit zusammenhängen: Druckluft gilt zu Recht als die teuerste Energieform. Weisen Druckluftleitungen und Verbindungen undichte Stellen, sogenannte Leckagen, auf, wird Geld für unnötige Energiekosten im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster rausgeblasen. Leckageprüfungen und die softwaregestützte Überwachung des Druckluftverbrauchs führen in solchen Fällen schnell zu attraktiven Einsparungen. So kann sich einige initiale Investition sehr schnell amortisieren.
-
Biotope statt Beton: Umweltminister Schneider kündigt Gesetz zur „Natürlichen Infrastruktur“ an
52
-
Kreislaufwirtschaft - die "7 R"
16
-
PPWR in der Praxis – Handlungsempfehlungen für Verpackungshersteller und Produktverkäufer
15
-
Informationen zum Klimaschutz: China (CSDS) versus EU (ESRS)
13
-
Marginal Abatement Cost Curve (MACC): Vorteile und Anwendung
13
-
Die strategische Bedeutung und Umsetzung von Transitionsplänen
13
-
In vier Schritten zur Klimarisikoanalyse
11
-
Neue Spielzeugverordnung: Strengere Regeln, mehr Pflichten – auch für Online-Händler
11
-
Auswirkungen der PPWR auf die Industrie
9
-
EU-Entwaldungsverordnung - wo steht die EUDR 2026?
7
-
EU-Kommission will größeren Puffer im Emissionshandel
01.04.2026
-
Biodiversität ist laut Bundesbank eine "knallharte ökonomische Kennzahl"
26.03.2026
-
BAFA-gefördertes Transformationskonzept – Unternehmen auf Herausforderungen der Zukunft vorbereiten
26.03.2026
-
Darum gehört virtuelles Wasser in die Nachhaltigkeitsstrategie
24.03.2026
-
PPWR: Beiersdorf spart tausende Tonnen Plastik
23.03.2026
-
Neue Studie: So kann Biodiversität in Textilstandards gestärkt werden
20.03.2026
-
Informationen zum Klimaschutz: China (CSDS) versus EU (ESRS)
19.03.2026
-
Biotope statt Beton: Umweltminister Schneider kündigt Gesetz zur „Natürlichen Infrastruktur“ an
18.03.2026
-
PFAS-Alternativen: „Nachhaltige“ Chemikalien im Fokus
18.03.2026
-
EU-Staaten beschließen abgeschwächtes Klimaziel
06.03.2026