Gewerkschaft will gegen unterschiedliche Bezahlung von Lehrern an Gesamtschulen vorgehen
Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beklagt, dass bei der Bezahlung von Lehrern an Gesamtschulen mit zweierlei Maß gemessen wird - und will sich wehren. Lehrer mit gymnasialer Befähigung in der Sekundarstufe I verdienen demnach wesentlich mehr Geld als ihre angestellten Kollegen, die als Quereinsteiger an einer Integrierten Gesamtschule unterrichten. «Wir werden nach den Ferien alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen auffordern, zu klagen», sagte die Geschäftsführerin der Gewerkschaft GEW, Heidemarie Schuldt, der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (6.8.2021).
Weniger Gehalt trotz gleicher Tätigkeit?
Nach Angaben des Anwalts Karl Otte handele es sich bei den Quereinsteigern vor allem um Menschen, die ein Studium an einer Musik- oder Kunsthochschule absolviert und sich später für die Arbeit an Gymnasien qualifiziert hätten, berichtete die Zeitung. Konkret gehe es um 417 Beschäftigte, die bis zu 750 Euro brutto weniger pro Monat verdienten als ihre Kollegen an den Gesamtschulen, obwohl sie den gleichen Unterricht erteilten.
Auch das Bundesarbeitsgericht habe im Juli 2020 geurteilt, dass die Arbeit der Lehrkräfte mit gymnasialer Befähigung im Sekundarbereich Integrierter Gesamtschulen der von Gymnasiallehrern entspreche und auch so vergütet werden müsse. «Doch trotz dieser höchstrichterlichen Entscheidung stellt sich das Land quer und zwingt die Betroffenen in immer neue Einzelgerichtsverfahren, was bei den Arbeitsrichtern mittlerweile nur noch Kopfschütteln auslöst», sagte der Anwalt dem Blatt. Laut Finanzministerium ist die Tarifgemeinschaft der Länder aber der Meinung, das Urteil sei nicht richtig, weil die Lehrkräfte an Schulen unterrichteten, die keine Oberstufe hätten, berichtete die Zeitung.
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