Globale Mindeststeuer notfalls ohne Ungarn
"Unser erstes Ziel bleibt es, einen Konsens zu finden", teilte Bundesfinanzminister Christian Lindner zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus Italien, Spanien, den Niederlanden und Frankreich mit. Aber sollte es in den kommenden Wochen keine Einstimmigkeit geben, seien die Regierungen fest entschlossen, ihre Verpflichtung einzuhalten. "Wir sind bereit, die globale effektive Mindestbesteuerung im Jahr 2023 und mit allen möglichen rechtlichen Mitteln umzusetzen", hieß es in der Mitteilung.
Mechanismus der verstärkten Zusammenarbeit in der EU
Eine rechtliche Möglichkeit wäre es, die Steuer ohne Ungarn über den Mechanismus der verstärkten Zusammenarbeit in der EU einzuführen. Damit kann eine Gruppe von EU-Ländern gemeinsame Regeln einführen, ohne dass sich alle daran beteiligen müssen. Der Nachteil ist allerdings, dass dann auch andere Länder wieder abspringen könnten. Lindner hatte zuvor gesagt, dass Deutschland bereit sei, die Mindeststeuer zunächst auch nur national umzusetzen.
Internationale Steuerreform
Die EU und die USA hatten sich im vergangenen Jahr zusammen mit rund 130 anderen Ländern auf eine ehrgeizige internationale Steuerreform geeinigt. Ziel ist es, die Verlagerung von Unternehmensgewinnen in Steueroasen zu verhindern. Internationale Firmen mit mindestens 750 Mio. EUR Umsatz pro Jahr sollen demnach unabhängig von ihrem Sitz mindestens 15 Prozent Steuern zahlen.
Umgarm blockiert auf EU-Ebene
Ungarn blockiert die Umsetzung eines entsprechenden Gesetzes auf EU-Ebene jedoch. Zuvor hatte Polen das Vorhaben aufgehalten, seine Blockade später aber aufgegeben, nachdem der polnische Corona-Aufbauplan für Zahlungen in Milliardenhöhe gebilligt worden war. Es wird vermutet, dass Ungarn eine ähnliche Strategie verfolgt. Steuerpolitik muss in der EU einstimmig beschlossen werden.
Besteuerung internationaler Digitalkonzerne
Ein weiterer Teil der globalen Steuerreform soll sicherstellen, dass internationale Digitalkonzerne wie Facebook nicht nur im Heimatland besteuert werden, sondern auch dort, wo sie tatsächlich Geschäfte betreiben. Für diesen Teil des Vorhabens gibt es noch keinen konkreten Gesetzesentwurf. Lindner und die anderen vier Ressortchefs sicherten zu, auch diesen Teil umsetzen und dafür ein weiteres Abkommen im nächsten Jahr unterschreiben zu wollen.
-
Schonfrist für Offenlegung der Jahresabschlüsse 2024
3.239
-
Voraussetzungen und Besonderheiten der steuerfreien Aktivrente
1.4394
-
Steuerliche Entlastung für kleinere Photovoltaikanlagen ab 2022 und 2023
851459
-
E-Rechnung
6169
-
Viertages-Zugangsvermutung bei der Bekanntgabe von Steuerbescheiden
4713
-
Behindertenpauschbetrag: Höhe, Anspruch & Steuer-Tipps
4141
-
Neue Pflichtangaben bei Reverse-Charge-Leistungen
400
-
Keine Signale für eine Stärkung des Fremdbesitzverbots in der Steuerberatung
380
-
Steueränderungen 2025: Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umwandlungssteuergesetz
264
-
Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm
231
-
Bundestag verabschiedet Altersvorsorgereformgesetz
27.03.2026
-
Automatischer Informationsaustausch zu Einkünften über digitale Plattformen
26.03.2026
-
Automatischer Informationsaustausch zu Kryptowerten
26.03.2026
-
Automatischer Informationsaustausch zu Finanzkonten
26.03.2026
-
Außenprüfungsordnung ersetzt Betriebsprüfungsordnung
25.03.2026
-
Informationsaustausch von GloBE-Informationen mit Drittstaaten
24.03.2026
-
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei strafrechtlicher Vermögensabschöpfung
24.03.2026
-
Keine Signale für eine Stärkung des Fremdbesitzverbots in der Steuerberatung
20.03.2026
-
Söder fordert Erhöhung der Entfernungspauschale
19.03.2026
-
Gesetz zur Einführung eines antragslosen Kindergeldes
18.03.2026