Gewerbesteuerliche Kürzung des Hinzurechnungsbetrags nach § 10 Abs. 1 AStG
Hinzurechnungsbetrag nach § 10 Abs. 1 AStG
Eine GmbH hatte ausländische Tochterkapitalgesellschaften in den Niederlanden, Luxemburg und in der Schweiz. An diesen war sie mit Anteilen zwischen 99 % und 100 % beteiligt. Für alle Beteiligungen kam es für die Jahre 1995 bis 2004 zu einer Hinzurechnungsbesteuerung. Der jeweilige Hinzurechnungsbetrag nach § 10 Abs. 1 AStG wurde vom Finanzamt auch in den Gewerbesteuermessbescheiden berücksichtigt. Die GmbH blieb mit ihrem Einspruch, in welchem sie insoweit eine gewerbesteuerliche Kürzung beantragte, erfolglos.
Gewerbesteuerliche Kürzung
Das FG hat der erhobenen Klage stattgegeben und der GmbH die beantragte Kürzung der außensteuerrechtlichen Hinzurechnungsbeträge gewährt. Die Summe des Gewinns und der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen ist gemäß § 9 Nr. 3 GewStG um den jeweiligen Hinzurechnungsbetrag zu kürzen. Dadurch wird eine, aus regelungssystematischen Gründen gerechtfertigte und gebotene Gleichbehandlung ausländischer Tochtergesellschaften und Betriebsstätten erreicht (struktureller Inlandsbezug der Gewerbesteuer).
Das FG konnte die Frage offenlassen, ob der außensteuerrechtliche Hinzurechnungsbetrag als "Quasi-Dividende" einen Gewinnanteil i. S. v. § 9 Nr. 7 GewStG entspricht und nach dieser Vorschrift zu kürzen sei.
FG folgt der BFH-Rechtsprechung
Mit der Entscheidung ist das FG im Wesentlichen der Argumentation des BFH gefolgt BFH, Urteil v. 11.3.2015, I R 10/14, Haufe Index 7728510. Die Finanzverwaltung hatte auf dieses Urteil mit einem Nichtanwendungserlass reagiert (Gleichlautende Ländererlasse v. 14.12.2015, Haufe Index 8971304).
Angesichts der damit weiterhin umstrittenen Rechtsfrage hat das FG die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen. Es ist davon auszugehen, dass die Finanzverwaltung den Weg zum BFH erneut gehen wird. Diese für international aufgestellte Betriebe relevante Frage wird damit wohl ein weiteres Mal vom BFH entschieden werden.
FG Baden-Württemberg, Urteil v. 8.5.2018, 6 K 2814/16, Haufe Index 13002723
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
6765
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
675
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
674
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
512
-
Berechnung der Zehn-Jahres-Frist bei sanierungsrechtlicher Genehmigung
472
-
Vorsteuerabzug bei Betriebsveranstaltungen
454
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
444
-
Anschrift in Rechnungen
429
-
Neue Grundsteuer B in Baden-Württemberg ist verfassungsmäßig
421
-
Teil 1 - Grundsätze
412
-
Verfassungsmäßigkeit des grundsteuerlichen Bewertungsrechts im Bundesmodell
20.12.2024
-
Gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Werbeaufwendungen
19.12.2024
-
Alle am 18.12.2024 veröffentlichten Entscheidungen
19.12.2024
-
Zuordnung zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen
18.12.2024
-
Verluste im Rahmen eines Steuerstundungsmodells nach § 15b EStG
18.12.2024
-
Verurteilung zweier Angeklagter wegen Steuerhinterziehung durch Cum-Ex-Geschäfte
18.12.2024
-
Innerorganschaftliche Zinsaufwendungen für den Erwerb einer Beteiligung
18.12.2024
-
Minderung der Miete durch Zeichnung von Genossenschaftsanteilen
16.12.2024
-
Kosten im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft
16.12.2024
-
Änderung des Gesellschafterbestands einer grundbesitzenden Personengesellschaft
16.12.2024