Facility Management: Vom Krisenmodus auf Normalbetrieb
Nur wenn der Infektionsschutz gewährleistet ist, kann der Normalbetrieb weitestgehend wieder aufgenommen werden. Gleichzeitig verändert sich der Arbeitsalltag anhaltend durch mehr Homeoffice oder Videokonferenzen und weniger Veranstaltungen.
Das Themendossier "Facility Management für das New Normal" des Marktforschungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder zeigt, wie Hygienekonzepte, Gebäudetechnik und eine veränderte Arbeitskultur in der Praxis bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Befragt wurden zehn Facility Manager großer Firmen, außerdem Dienstleister und Berater zum Status Quo in den Betrieben und zu Lösungsansätzen.
Das "New Normal": auch Entwicklungsbeschleuniger
Mit Unterstützung von Beratungsunternehmen und Dienstleistern sind Lünendonk & Hossenfelder zufolge bereits viele Facility Manager gut aufgestellt, anderen steht jedoch die Rückkehr in den Bürobetrieb noch bevor. Die zentrale Herausforderung für die kommenden Monate bestehe nun darin, vom Krisenmodus auf Normalbetrieb unter Pandemie-Bedingungen zu wechseln, heißt es in dem Dossier, das Facility Managern eine Orientierung geben will.
"Für den Restart müssen Räumlichkeiten zur Gewährleistung des sozialen Abstands umgestaltet, Mitarbeitergruppen weitgehend getrennt, Belüftungssysteme öfter gereinigt und gewartet sowie Reinigungsintervalle erhöht werden." Thomas Ball, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder
Auch die Nutzung von Arbeitsplätzen wird sich verändern: Inzwischen planen viele Unternehmen langfristig mit mehr Homeoffice und einer stärker schwankenden Präsenzzeit im Büro. Für das Facility Management bedeutet das, die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter sowohl im Büro als auch zu Hause oder unterwegs dauerhaft zu sichern, so die Experten. Diese Umorganisation der Arbeitsabläufe und -orte wird im Dossier vielfach als Entwicklungsbeschleuniger beschrieben.
Für einen effizienten Immobilienbetrieb gelte es vor allem, die Schwankungen in der Auslastung der Büros zu berücksichtigen und – gegebenenfalls zusammen mit externen Partnern – ein Bewirtschaftungskonzept für beispielsweise Desk Sharing und bedarfsorientierte Services zu erstellen. Digitale Lösungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Das Themendossier geht aber auch der Frage nach, wie Hygiene und Nachhaltigkeit miteinander vereinbart werden können und welche Bedeutung integrierten Service-Anbietern für den Betrieb im "New Normal" zukommt.
Veränderte Anforderungen ans Büro spielen der Facility-Service-Branche in die Karten
In einem Whitepaper hat Lünendonk & Hossenfelder außerdem ein neues Geschäftsfeld für Facility-Service-Unternehmen identifiziert: Der Working-as-a-Service-Markt, weil Betreiber künftig Büroflächen im Zuge von Corona reduzieren werden, so heißt es in dem Papier. Kompensiert werde dies mit temporären Arbeitsplätzen als Service-Dienstleistung – um Leerstand zu vermeiden und Kosten zu sparen.
Gängige Co-Working-Spaces genügten den Anforderungen von großen Firmen aber oft nicht hinsichtlich Vertraulichkeit, Datenschutz und technischer Ausstattung. Zudem seien die häufiger in Gewerbegebieten und Business Parks angesiedelt und nicht in Innenstädten, wo diese Form von Büroflächen meistens angeboten würde. Hier kommen Facility-Service-Unternehmen ins Gespräch: Noch treten sie kaum als Anbieter flexibel nutzbarer Arbeitsplätze auf – dabei brächten sie dafür gute Voraussetzungen mit und seien für Markt gut aufgestellt, so Lünendonk & Hossenfelder.
Die Unternehmen kennten die Anforderungen an moderne Büroarbeitsplätze und den rechtskonformen Betrieb von Immobilien gut und wüssten um den Bedarf der Mitarbeiter und die Rolle der Facility Services für das Employer Branding ihrer klassischen Auftraggeber. Die bereits seit vielen Jahren am Markt verfügbaren Technologien zur Zusammenarbeit hätten sich in der Corona-Zeit weitgehend etabliert.
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