Zukunft Personal Europe 2024: Nachbericht

Die ZP Europe 2024 verzeichnete über 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit erreichte die Messe einen neuen Besucherrekord. Sie hat sich als Leitmesse für den Personalbereich und Treff der HR-Szene etabliert, auch wenn es in diesem Jahr keine großen inhaltlichen oder strukturellen Glanzpunkte gab.

25.220 Besucherinnen und Besucher, 600 Aussteller Partner und Sponsoren, viele interaktive Formate sowie 680 Speaker auf 26 Bühnen – das waren die Rahmendaten der diesjährigen Messe. Schon im Vorjahr, als sich an den drei Tagen 23.000 Menschen in den Hallen verteilten, fuhr die Messe einen Besucherrekord ein. Diese Zahlen wurden in diesem Jahr nochmals deutlich übertroffen. In Sachen Ausstellerzahlen und prominenten Referenten bleibt weiterhin die Zukunft Personal Europe 2019 führend. Damals kamen 770 Aussteller sowie unter anderem Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nach Köln.

Das war die ZP Europe 2024

Dennoch: Die ZP Europe 2024 verfestigte ihre Rolle als Leitmesse für den Personalbereich und Treff der HR-Szene. Besonders gut besucht waren, wie auch schon in den Vorjahren, die Stände und Bühnen rund um die Themen Recruiting und Onboarding. Die L&D-Area in Halle 5.1 sowie die neue Employer Branding Stage waren ebenfalls rege frequentiert. Auch die Keynote-Stage stieß mit den meisten Programmpunkten auf reges Interesse. Oft waren die Gänge neben und hinter den Stuhlreihen mit interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern gut gefüllt.

Im vergangenen Jahr hatten die Messemacherinnen einige neue interaktive Formate eingeführt, unter anderem das Innovative People Lab, bei dem Vorreiterunternehmen ihre Erfahrungen in Sachen Transformation teilten und die Teilnehmenden sich aktiv einbringen konnten. In diesem Jahr wartete die ZP Europe mit keinen besonderen Neuheiten auf. Vielmehr wollten die Messemacherinnen das, was 2023 neu eingeführt wurde, festigen und etablieren. Unter anderem wurde das Innovative People Lab weiter ausgebaut. Auch die weiteren Räume für kreative Vernetzung, wie die Workshop Area, waren gut besucht.

Das Messemotto "People change things" war nahezu überall spürbar, auch wenn die einzelnen Formate, Programmpunkte und Inhalte ganz unterschiedliche Wissensstände und HR-Reifegrade bedienten. Um die passenden Angebote für die eigenen Bedürfnisse zu finden, konnten die Besucherinnen und Besucher sich vom neuen Chatbot "Zupy" leiten lassen.

Themen auf der Zukunft Personal Europe

Inhaltlich standen in diesem Jahr technologische Innovationen für HR im Vordergrund, viel KI sowie das Thema "Große Erschöpfung". Eigentlich kein neues Thema, wie Jutta Rump, Professorin und Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE Ludwigshafen, beim Eröffnungspodium am 10. September erläuterte, aber durch die laufenden Veränderungen inzwischen ein erfolgskritisches Thema für die Unternehmen. Zeit ist zu einer neuen Währung geworden, neben Geld. Mit Zeitgeschenken, etwa durch die Unterstützung der Mitarbeitenden durch Avatare oder KI, können Unternehmen eine Lösung bieten.

HR-Verbände auf der Keynote Stage

Der zweite Messetag brachte bereits zum Start mit Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager:innen, und Carmen-Maja Rex, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Personalführung, zwei wichtige Vertreterinnen der HR-Community auf die große Bühne. Groß war auch das Thema, über das die beiden mit Reiner Straub, Herausgeber des Personalmagazins, und Matthias Haller, Chefredakteur des Personalmagazins, diskutierten: "Woran Deutschland arbeiten muss" lautete der Titel des Spitzengesprächs.

Während in den Messehallen Abieter für die neuesten Corporate Benefits warben, konfrontierte Haller auf der Keynote Stage die beiden Verbandsvertreterinnen mit der Frage „Hat HR Erwartungen geweckt, die in Zeiten von Krise und Personalabbau nicht zu halten sind?“ Dransfeld-Haase meinte: „Wir müssen uns fragen: Was können wir uns noch leisten und wo müssen wir das Portfolio anpassen?" Rex legte den Schwerpunkt anders: „Wir können es uns nicht leisten, Mitarbeitende nicht zu binden. Wir müssen verstehen, was die Menschen haben wollen und wie weit können wir da mitgehen.“

Dransfeld-Haase wie Rex appellierten an HR, sich auf die Menschen in Deutschland als große Ressource zu besinnen. Den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern vor der Keynote Stage gaben sie eine gute Portion Zuversicht und Tatkraft mit auf den Weg.

Vorstellung des ersten ESG-HR-Barometers auf der ZPE

Am Nachmittag des ersten Messestages stellte Cathrin Eireiner von der Hochschule Pforzheim auf der gut besuchten Corporate Health Stage das erste ESG-HR-Barometer vor. "Gestresst, unvorbereitet, am Anfang stehend", beschrieb die Studienautorin den Zustand von HR in Bezug auf die ESG-Berichtspflicht. In der anschließenden Podiumsdiskussion sprach Gregory Rech vom Personalmagazin mit Cathrin Eireiner und Christiane von Knoblauch, Head of Cross-Functional HR bei GMX und Web.de, über die Ergebnisse des Barometers. Der Tenor: Derzeit werde die Berichtspflicht vor allem als Bürokratiemonster wahrgenommen – doch sich mit den ESG-Kriterien auseinanderzusetzen, biete auch Chancen, die HR jetzt erkennen müsse. Dazu gehöre etwa, das eigene Standing im Unternehmen zu verbessern, indem HR die eigenen Nachhaltigkeitspflichten zuverlässig angeht oder sogar ein unternehmensweites Nachhaltigkeitsnetzwerk aufbaut. 

Als Cathrin Eireiner das Publikum raten ließ, wie viele der Befragten ihre HR-Abteilung als sehr gut auf die Berichtspflicht vorbereitet einschätzen, antwortete eine Zuschauerin mit "zwei Prozent". Damit lag sie fast richtig, denn tatsächlich gaben dies lediglich sechs Prozent der Befragten an. Auffällig: Auf der Messe spielte Nachhaltigkeit in  diesem Jahr insgesamt noch keine allzu große Rolle. So fanden sich nur wenige Anbieter, die auf Nachhaltigkeit spezialisiert sind. Interessant wird es zu beobachten sein, wie sich der Markt in den kommenden Jahren entwickelt.  

Das ESG-HR-Barometer erscheint künftig jährlich. Die Ergebnisse des diesjährigen Barometers können Sie hier nachlesen.

Preisverleihungen auf der Zukunft Personal Europe

Die ZP Europe bietet immer auch die Gelegenheit, besonders innovative Tools, Angebote und Player der HR-Szene auszuzeichnen. Hier einige der Awards, die auf der Messe verliehen wurden: Bei der Preisverleihung "Deutschlands Beste Jobportale" am ersten Messetag wurden diejenigen Online-Jobbörsen und Jobsuchmaschinen ausgezeichnet, mit denen Arbeitgeber sowie Bewerberinnen und Bewerber die besten Erfahrungen gemacht haben. Alles zu den Gewinnern 2024 lesen Sie hier.

Am Nachmittag des ersten Messetags folgte die Vorstellung der Preisträger des "HR Innovation Awards". Ausgezeichnet wurden innovative Lösungen und Dienstleistungen in den Kategorien "Recruiting & Attraction", "HR Tech & Digital Transformation", "Learning & Development" sowie "Corporate Health". Wer die diesjährigen Award-Sieger sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ausblick auf die ZP Europe 2025

2025, zum 25-jährigen Bestehen der Messe, soll ein ganzes Feuerwerk an Neuerungen und Überraschungen gezündet werden. Was, hat das Team um Astrid Jaeger, Geschäftsführerin von Closerstill Media Germany, noch nicht verraten. Es soll auf jeden Fall ein großes HR-Fest geben. Der Termin der Jubiläumsmesse: 9. bis 11. September 2025.


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