In diesen Städten zahlen Studenten die höchsten Mieten
Die Preisdynamik auf dem studentischen Wohnungsmarkt Deutschland hat sich 2024 gegenüber 2023 zwar verlangsamt, von einer Entspannung kann aber keine Rede sein – im Schnitt sind die Mieten im Jahresvergleich noch einmal um 2,3 Prozent gestiegen (Vorjahr: 5,1 Prozent). Auf Dreijahressicht liegen die Mietsteigerungen zwischen 2,3 und 6,9 Prozent pro Jahr, also im Schnitt um 4,6 Prozent.
Das geht aus dem "Studentenwohnreport 2025" hervor, den der Finanzdienstleister MLP und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am 1. Oktober veröffentlicht haben. Analysiert wurden 38 Hochschulstandorte.
Erstmals seit der Corona-Pandemie fiel der Mietanstieg damit moderater aus. Steigende Studentenzahlen und geringe Bautätigkeit seien aber "eine explosive Mischung", sagte IW-Experte Michael Voigtländer. "Die Lage auf dem Wohnungsmarkt bleibt angespannt."
Studentisches Wohnen: Die regionalen Preisunterschiede
Die Preise für kleine Wohnungen (unter 40 Quadratmetern) haben im Jahresvergleich um durchschnittlich 4,3 Prozent zugelegt, WG-Zimmer sind um 1,7 Prozent teurer geworden. "Wir haben nach wie vor eine schnellere Entwicklung bei den Mieten als bei der Inflationsrate", betonte der IW-Experte. Das Geld bei den Studierenden werde also weniger.
Auffällig sind den Studienautoren zufolge die Unterschiede zwischen den Städten: In Berlin etwa gab es nach starken Mietsteigerungen in den vergangenen Jahre im aktuellen MLP-Report einen Rückgang um 0,8 Prozent – "eine Normalisierung bei der Dynamik", wie Voigtländer sagte. Auch in Ulm sind die Kosten nach unten gegangenen: hier um drei Prozent.
Am höchsten waren die Mietpreissteigerungen in Rostock (plus 9,1 Prozent), Saarbrücken (plus 7,7 Prozent) und Kiel (plus 7,1 Prozent). Die Forscher weisen dabei auf "starke Preisschwankungen" hin: Sprünge und geringe Steigerungen glichen sich mit den Jahren oft aus.
Leipzig, Freiburg im Breisgau und Konstanz verzeichneten innerhalb von drei Jahren deutliche Mietpreissteigerungen von jeweils mehr als sechs Prozent pro Jahr. Alle drei Städten seien beliebt, und Wohnraum sei dort begrenzt. Nur schwach zogen die Preise in Chemnitz, Trier, Stuttgart, Würzburg und Tübingen an. Die Spanne reicht von 837 Euro Warmmiete in München über 734 Euro in Frankfurt bis hin zu 296 Euro in Chemnitz für eine 30-Quadratmeter-Musterwohnung.
Wohnkosten: Lücke zwischen Mieten und Bafög-Pauschale
Als ernüchternd bezeichnete Voigtländer die Trends beim Bafög. Trotz einer Reform sei die Quote der Studenten mit Bafög innerhalb von 15 Jahren von 25 auf zehn Prozent zurückgegangen. "Eigentlich müssten wir mehr junge Menschen unterstützen", so der Experte des arbeitgebernahen IW.
Dabei klafft eine weite Lücke zwischen der monatlichen Bafög-Wohnkostenpauschale (380 Euro) und den Mieten: Mit dem Geld lässt sich nur in drei Städten, nämlich Bochum, Magdeburg und Chemnitz, die Miete einer 30-Quadratmeter-Muster-Wohnung komplett bezahlen, so die Studie. In München bekommen Studenten rechnerisch für 380 Euro gerade einmal 15 Quadratmeter (kalt).
Rund 53 Prozent ihres Einkommens wenden Studienden mit eigener Haushaltsführung dem Statistischen Bundesamt zufolge im Schnitt für das Wohnen auf (Gesamtbevölkerung: 25 Prozent). Nach der Definition von Eurostat gelten Haushalte ab einer Wohnkostenbelastung von mehr als 40 Prozent als überlastet. Das trifft auf knapp zwei Drittel (62 Prozent) der studentischen Haushalte zu.
Über den MLP Studentenwohnreport
Der MLP Studentenwohnreport wird seit 2019 jährlich gemeinsam vom Finanzdienstleister MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) herausgegeben. Die Immobilienexperten des IW haben dafür Daten zum Mietmarkt für studentisches Wohnen analysiert. Die Erfahrungen und die Expertise von MLP in der Standortanalyse bei Immobilien sind in den Report eingeflossen. Die analysierten Daten werden von der Value AG bereitgestellt.
MLP Studentenwohnreport 2025 (Download)
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