ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI)

Sorgen am Wohnungsmarkt wegen Regulierungsplänen


ZIA-IW-Umfrage bei Immobilienunternehmen: Lage und Ausblick

Die Stimmung der Immobilienwirtschaft trübt sich spürbar ein, wie eine Umfrage von ZIA und IW zeigt. Insbesondere die Assetklasse Wohnen ist betroffen – nicht nur von den aktuellen geopolitischen Herausforderungen, auch von Plänen zur Mietregulierung.

Im ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) für das erste Quartal 2026 haben die befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage mit 14,5 Punkten bewertet, das ist ein minimaler Anstieg um 1,7 Punkte gegenüber dem Vorquartal – die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate geben deutlicher nach: um 3,7 Punkte auf 16,4 Punkte.

Das Immobilienklima erreicht damit insgesamt einen Wert von 15,4 Punkten (minus ein Punkt) und liegt damit um knapp zehn Punkte unter dem Wert vom Sommer 2025 mit 25,2 Punkten, dem höchsten Stand seit der Zinswende 2022.

Immobilienexperten: Einschätzung der Assetklassen

Die Befragung für den ISI fand vom 12.2. bis 9.3.2026 statt. Der Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar lag im Erhebungszeitraum.

Vor diesem Hintergrund bewerten die Unternehmen die weitere Geschäftslage skeptisch und setzen den Trend einer zunehmenden Zurückhaltung fort. Insbesondere Wohnimmobilien und Projektentwicklung sind stark betroffen. Die Immobilienwirtschaft zeigt sich vorsichtig und zurückhaltend in den Erwartungen für die kommenden Quartale.

Das wackelige Fundament der Erholung wird laut ZIA-Präsidentin Iris Schöberl nicht nur durch geopolitische Krisen und steigende Energiepreise gebremst, auch weitere Vorschläge zur Verschärfung von Mietpreisregulierungen kämen zur Unzeit, wie sie sagt.

ZIA-IW-Index-Ergebnisse der abgefragten Assetklassen im Überblick:

  • Nur im Bürosegment verbessert sich sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungsperspektive. Die Lagebewertung steigt um 3,1 Punkte auf 20 Punkte, die Erwartungen legen um 6,7 Punkte auf 26,7 zu. Das Immobilienklima erreicht 23,3 Punkte (plus 4,9 Prozent). Grund hierfür ist die anhaltende Robustheit des Dienstleistungssektors und der Trend vieler Unternehmen, die Präsenztage wieder zu erhöhen.
  • Bei den Wohnimmobilien steigt die Geschäftslage leicht um 1,1 Punkte auf 18,2 Punkte. Die Erwartungen fallen drastisch von 10,1 Punkten auf 5,8 Punkte. Das Immobilienklima sinkt auf 11,9 Punkte und erreicht damit den niedrigsten Stand seit dem Sommer 2024. Belastend wirken insbesondere die geplante Verschärfung von Mietpreisregulierungen und der starke Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs.
  • Im Segment Projektentwicklung ist die Lage besonders angespannt. Die Geschäftslage fällt um 25,5 Punkte auf minus 23,5 Punkte, die Erwartungen sinken um 12,3 Punkte auf 8,8 Punkte. Trotz steigender Baugenehmigungen und verbesserter Förderbedingungen bleibt die Profitabilität vieler Bauträger aufgrund hoher Insolvenzzahlen und unzureichender Nachfrage begrenzt. Das Immobilienklima erreicht minus acht Punkte, der stärkste Rückgang aller Segmente.

"Wenn die Politik nicht entschlossen mit strukturellen Reformen dagegenhält, droht sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt dramatisch zu verschärfen – und das in einer in den Metropolregionen bereits extrem angespannten Situation", so Schöberl.

ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex: Hintergrund

Der Immobilienstimmungsindex (ISI) wird vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) seit 2020 vierteljährlich in Kooperation mit dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) erstellt, um zeitnah Informationen über die Lage und die Erwartungen von Investoren und Projektentwicklern zu gewinnen. Angeschrieben werden Geschäftsführer und leitende Angestellte von zirka 1.200 Unternehmen.

Zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) und den Quartalsgutachten

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